TIPPS FÜR SCHLECHTWETTERFAHRTEN

Regen, schlechte Sicht, Dunkelheit, Schnee …

© Alle Fotos sind Eigentum von Gerd Frömmel („www.fg-steirer.at“, siehe auch Fußzeile und Impressum) ©

Das Wetter spielt für den Motorradfahrer eine große Rolle. Regen, Schnee, Nebel oder auch "nur" Kälte können genauso wie schlechte Sichtverhältnisse eine Tagestour schnell zur mühsamen Angelegenheit machen. Denn wir sitzen immer draussen, haben keine geheizte Fahrerkabine (das wollen wir auch nicht). Vor allem in den Alpen kann sich das Wetter schnell ändern, schneller als anderswo in Europa.

Hohe Pässe: Gefahr durch Schneefall

Das Wort Sommer ist in den Bergen kein Garant für Schneefreiheit. Es kann schon mal vorkommen, dass es da schneit. Schnee klebt am Visier, was die Sicht und die Konzentration einschränkt. Wenn der Schnee auf der Fahrbahn liegen bleibt haben wir schon das nächste „Problem“. Auf Passstrassen fahren zählt sicherlich zu den interessanteren Erlebnissen. Wer nimmt im Sommer schon Schneeketten fürs Motorrad mit? Daher sind ein vernünftiges Verhalten und eine reduzierte Geschwindigkeit unbedingt angebracht. So sollte einem Abenteuer eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Pausieren

Wer keine Lust hat sich dem schlechten Wetter auszusetzen findet sicherlich ein Alternativprogramm. Wir achten bei der Hotelwahl wenn möglich auf einen vorhandenen Wellnessbereich. Draussen regnet es und du schwitzt drinnen in der Sauna oder geniesst den Whirlpool. Vielleicht ist der Ort eine Besichtigung wert. Einfach einmal ein wenig ausspannen.
Wer das nicht will, oder auf ein Weiterkommen angewiesen ist, sollte eventuell die geplante Route überdenken. Führt die Strecke über hohe Pässe und ist dort oben eventuell mit Schneefall zu rechnen, ist eine Strecke im Tal sicherlich vorzuziehen. Wer dann losfährt, sollte die Strecke möglichst durchfahren. Es ist nichts unangenehmer, als bei einer Pause das nasse Gewand auszuziehen und es danach wieder anziehen zu müssen.

Fahren bei Nässe

Motorrad fahren bei nasser Fahrbahn ist nicht jedermanns Sache. Werden aber ein paar Punkte beachtet ist das Ungeheuer Nässe nicht mehr unbezwingbar. Am rutschigsten ist die Fahrbahn bei einsetzendem Regen und durch den Staub, dem Gummiabrieb und Schmutz entsteht ein Schmierfilm. Bei längerem Regenfall wird dieser Schmierfilm schliesslich von der Strasse gewaschen.
Die Haftung auf nasser Strasse ist nicht so schlecht wie oft befürchtet, gefährlich sind jedoch Bodenmarkierungen und Kanaldeckel. Dort geht meistens sämtliche Haftung baden, was uns wieder in die erste Fahrstunde bringt: Wo du hinschaust fährst du auch hin. Holzbrücken und Weiderosten kann man zwar selten ausweichen, aber mit gebotener Vorsicht und möglichst ohne Lenkbewegungen sind auch die zu meistern.
Auch den Bremsen sollte bei Regen etwas mehr Beachtung geschenkt werden. Eine nasse Bremsscheibe verzögert nicht, die muss sich zuerst trockenreiben. Deshalb ist es sinnvoll die Bremse gelegentlich leicht zu betätigen.
Die Sicht ist durch das nasse Visier sowie durch das Spritzwasser der anderen Verkehrsteilnehmer eingeschränkt. Zudem kommt es oft zu Kondenswasserbildung an der Innenseite des Visiers. Beide Probleme lassen sich lösen. Für die Aussenseite gibt es Oberflächenveredler auf Basis der Nanotechnologie. Da perlt das Wasser ab und wird vom Fahrtwind „weggeblasen“. Auch für die Innenseite gibt es diverse Antibeschlag - Mittel. Eine einfache Lösung: man lässt das Visier einen kleinen Spalt offen.

Regengewand

Dringend anzuraten ist es, das hoffentlich mitgeführte Regengewand rechtzeitig anzuziehen. Die Montur ist schneller nass als wieder trocken. Regenkombi oder zweiteilig? Was ist besser? Bei wechselnder Witterung bist du mit einem Zweiteiler besser bedient. So kannst du anziehen was nötig ist. Nach dem Regen brauchst du bei noch nasser Straße am Oberkörper keinen Regenschutz mehr, aber die Gischt erreicht deine Beine immer noch. Ist aber den ganzen Tag Regenfall angesagt fühlt sich eine Kombi besser an. Da es einteilig ist hat es keine „Trennstelle“ wo das Wasser eindringen kann. Eine Kombi macht auch bei wasserdichter Montur Sinn. Sie hält zwar trocken, saugt sich aber mit Wasser voll und wird schwer.
Auch den Schuhen und Handschuhen sollte man Aufmerksamkeit schenken. Ein zweites Paar Handschuhe sollte man dabei haben  (es ist ein ekliges Gefühl wenn man nasse Handschuhe anziehen muß).

Hitze

Aber auch bei hohen Temperaturen gibt es Gefahren. Es verändert sich vor allem die Eigenschaft des Asphaltes zu Ungunsten der Bodenhaftung. Die allseits bekannten Bitumenstreifen, mit denen kleinere kaputte Stellen in der Fahrbahn ausgebessert werden, können sehr rutschig werden. Vielfach geht dieser Rutscheffekt mit erhöhtem Pulsschlag aus, eine Temporeduktion ist daher dringend anzuraten.
Außerdem ist bei hohen Temperaturen auch die Gefahr der körperlichen Erschöpfung groß. Gerade bei hochsommerlichen Temperaturen müssen regelmäßig Pausen eingelegt werden. Wenn möglich sollte die Kleidung ausgezogen und viel (alkoholfreies!) getrunken werden.

Wetterbericht

Bei geplanten Tages- oder Mehrtagestouren sollte der Wetterbericht bzw. die Wettervorhersagen beachtet werden, um unliebsame Überraschungen infolge falsch gewähltem Schutzanzug zu vermeiden.

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