Die nachstehenden Hinweise und Tipps sind unabhängig von Fahrzeugart, Hersteller oder Fahrzeugtype.

Hinweis: Das unsachgemäße Hantieren mit und an Fahrzeugbatterien kann zu schweren Gesundheitsschäden und Schäden an Batterie, Fahrzeug und umliegenden Gerätschaften führen!

KLICK zum Vergrößern
KLICK zum Vergrößern

Zur Einführung:

 

Auf dieser Seite unterscheiden wir zwischen Standardbatterien (im Bild links) und wartungsfreien Batterien (im Bild rechts).
Standardbatterien erkennt man an den oben liegenden Verschlußstopfen.
Wartungsfreie Batterien sind komplett versiegelt und weisen keine Verschlußstopfen auf.
Auf weitere technische Details sowie auf Hersteller und Typen wird hier nicht näher eingegangen.

Vorweg - aber das sollte sowieso jedem klar und verständlich sein:

Ausgediente, beschädigte oder nicht mehr funktionsfähige Fahrzeugbatterien müssen nach den örtlichen Vorschriften entsorgt werden und dürfen keinesfalls im Hausmüll landen! GEFAHRENSTOFFE!

Vorbereitung / Befüllen von wartungsfreien Batterien, unabhängig von Marken oder Typen:

Der Lieferzustand von wartungsfreien Fahrzeugbatterien:

Batterie mit Abdichtstreifen;

Batteriesäurebehälter mit Abdichtungen und aufgesetzter Verschlußkappenleiste;

Mehrsprachige Bedienungsanleitung.

1.) Nach dem Abziehen des Abdichtstreifens von der Batterie werden die Einfüllöffnungen frei. Achtung: Die Batterie muß auf einem festen waagrechten Untergrund stehen und darf während des gesamten Füllvorgangs nicht kippen. Für gute Belüftung ist ebenfalls zu sorgen.

 

> weiter Punkt 2.)

2.) Die Verschlußkappenleiste des Batteriesäurebehälters abziehen. Die Verschlußkappenleiste benötigt man nach dem Befüllen der Batterie zum Verschließen der Einfüllöffnungen (= Verschluß als Batteriestopfen!!)

 

> weiter Punkt 3.)

3.) Die Abdichtungen auf dem Batteriesäurebehälter NICHT entfernen oder durchstechen. Dies geschieht automatisch beim Aufsetzen des Batteriesäurebehälters auf die Einfüllöffnungen der Batterie.

 

> weiter Punkte 4.) und 5.)

4.) Nun wird der noch verschlossene Batteriesäurebehälter umgedreht und auf den 6 Batterie - Einfüllöffnungen ausgerichtet. Mit einem festen Druck nach unten (geht etwas schwer) werden die Abdichtungen des Batteriesäurebehälters durchstoßen und die Batteriesäure fließt in die Batterie. Das Aufsteigen von Luftblasen in den 6 Kammern des Batteriesäurebehälters ständig kontrollieren. Sollten keine Luftblasen aufsteigen einfach mit dem Finger leicht an den Batteriesäurebehälter klopfen. Warten, bis der Batteriesäurebehälter vollständig entleert ist. Der Batteriesäurebehälter darf während des Füllvorgangs niemals abgenommen werden!!

 

 

 

5.) Nachdem der Batteriesäurebehälter vollständig entleert ist wird dieser von der Batterie abgenommen. Mit der Verschlußkappenleiste (siehe Punkt 2) werden nun die Batterie - Einfüllöffnungen fest verschlossen. Darauf achten, daß die Verschlußkappenleiste vollständig eingedrückt ist und die Einfüllöffnungen somit vollständig dicht sind. Die Verschlußkappenleiste darf während der Batterielebenszeit nicht mehr abgenommen werden. Ein Nachfüllen der wartungsfreien Batterie mit Wasser oder Batteriesäure ist nicht erforderlich.

 

> weiter Punkt 6.)

6.) Das Bild links zeigt den entleerten Batteriesäurebehälter sowie die nun mit der Verschlußkappenleiste verschlossene Batterie.

 

Der Einfüllvorgang ist somit beendet.

 

Nach einer Wartezeit von ca. 20 Minuten kann die Batterie in das Fahrzeug eingebaut werden, wobei die Reihenfolge des Anschließens der Batteriepole zu beachten ist (siehe dazu auch nachfolgende Hinweise "Aus- und Einbau sowie Austausch von Fahrzeugbatterien").

 

Batteriepole und Klemmen mit Polfett einschmieren, alle Anschlüsse fest anziehen.

Aus- und Einbau sowie Austausch von Fahrzeugbatterien:

Beim Ausbau immer zuerst den Minuspol abklemmen, anschließend den Pluspol.
Beim Einbau zuerst den Pluspol, dann den Minuspol anklemmen.
Bei Nichtbeachtung der Reihenfolge kann es zum Kurzschluß, zu Funkenbildung und schweren Schäden an Batterie und Fahrzeugelektronik kommen.
Die Batteriepole müssen frei von Verunreinigungen und Oxydation sein, um 100 %-ige Paßgenauigkeit der Polklemmen und einwandfreien Stromfluß zu gewährleisten. Gegen Oxydation durch Sulfatierung werden beide Batteriepole mit Polfett eingefettet.

Wird der Austausch einer Batterie fällig so ist darauf zu achten, daß eine baugleiche Batterie (Größe, Lage der Batteriepole) mit identischen Kenndaten (Volt, Spannung) verwendet wird. Die Batteriedaten sind auf dem Aufkleber an der Oberseite ersichtlich. Im Zweifelsfall im Bordbuch nachlesen bzw. einen Fachmann / Händler zu Rate ziehen.

Wartung, Pflege und Ladung von Standard Fahrzeugbatterien:

Standard Batterie
Standard Batterie

Standardbatterien müssen in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Dazu Batterie auf eine gerade Fläche stellen und den Säurestand kontrollieren. Der Level der Batteriesäure muß sich zwischen den beiden Markierungen befinden. Gegebenenfalls sind alle Zellen der Batterie mit destilliertem Wasser bis zur oberen Markierung aufzufüllen. Niemals normales Leitungswasser (Verkalkung!) oder Batteriesäure verwenden. Nicht über die obere Markierung auffüllen!
Achtung beim Öffnen der Verschlußstopfen! Batteriesäure ist stark ätzend, Hautkontakt vermeiden!

Eventuelle Oxydation durch Sulfatierung mit einer Nylonbürste oder einer weichen Drahtbürste restlos entfernen, mit Polfett einfetten.

Das Laden einer Standardbatterie erfolgt mit einem geeigneten Batterieladegerät. Moderne Ladegeräte besitzen eine automatische Anpassung des Ladestroms.

Vor dem Anschluß des Ladegeräts an die Batterie: Hat das Ladegerät einen Schalter zur Auswahl der Batteriespannung muß dieser zuerst auf die richtige Spannung eingestellt werden (6/12/24 Volt). Danach zuerst den Minuspol, anschließend den Pluspol mit den Ladekabeln verbinden (Achtung auf Verpolung!) Danach Ladegerät an das Stromnetz anschließen. Moderne Ladegeräte erledigen den Rest bis zur vollständigen Ladung bzw. Erhaltungsladung von selbst.
Standardbatterien dürfen nur in gut durchlüfteten Räumen geladen werden (Gefahr durch Entgasung, Explosionsgefahr!)
Tiefentladene Batterie, die nicht mehr zum Leben erweckt werden können sowie defekte Batterien müssen ausgetauscht werden.

Bei längerer Stilllegung von Standardbatterien müssen diese frostfrei, am besten bei Zimmertemperatur gelagert und regelmäßig nachgeladen werden.

Wartung, Pflege und Ladung von wartungsfreien Fahrzeugbatterien:

wartungsfreie Batterie
wartungsfreie Batterie

Wartungsfreie Batterien sind - wie schon der Name sagt - (weitgehend) wartungsfrei. Einige einfache Dinge sollten trotzdem beachtet werden:
Beim Abklemmen / Ausbau einer wartungsfreien Batterie zuerst das Minuskabel, anschließend das Pluskabel entfernen. Einbau in umgekehrter Reihenfolge.

Wird eine wartungsfreie Batterie ausgebaut und für längere Zeit gelagert so sollte dies in frostfreien Räumen, am besten bei Zimmertemperatur erfolgen. Kontrolle der Batteriespannung in ungefähr 2-monatigen Intervallen ist zu empfehlen, gegebenenfalls nachladen.
Eingebaute wartungsfreie Batterien: Sinkt die Batteriespannung z. B. durch längeren Stillstand, Altersschwäche oder Anschluß vieler Stromverbraucher so ist die wartungsfreie Batterie mit einem geeigneten Ladegerät nachzuladen.
Nachdem wartungsfreie Batterien komplett versiegelt sind brauchen diese auch nicht auf Flüssigkeitsverlust kontrolliert zu werden.

Das Laden dieser Batterien kann auch in eingebautem Zustand erfolgen, entweder mit den Ladekabeln direkt an den Batteriepolen oder durch Anbau einer Euro Bordsteckdose über ein „Zigarettenanzünderkabel“ (ist als Zubehör für moderne Ladegeräte erhältlich - siehe nachfolgende Tipps dazu).

Vor dem Anschluß des Ladegeräts an die Batterie: Hat das Ladegerät einen Schalter zur Auswahl der Batteriespannung muß dieser zuerst auf die richtige Spannung eingestellt werden.

Beim Laden mittels Bordsteckdose erst den Ladestecker in die Bordsteckdose stecken, dann das Ladegerät an das Stromnetz anschließen.

Beim Laden über die Batteriepole erst das Minuskabel an den Minuspol, dann das Pluskabel an den Pluspol der Batterie klemmen. Achtung auf Verpolung! Anschließend das Ladegerät an das Stromnetz anschließen.

Nach erfolger Ladung die Kabel in umgekehrter Reihenfolge von Netz und Batterie trennen.
Hat eine wartungsfreie Batterie ausgedient so ist sie durch eine baugleiche Batterie mit derselben Spannung und Leistung zu ersetzen.

Einfaches Aufladen / Erhaltungsladen von Fahrzeugbatterien an Motorrädern, Trikes, Motorrollern:

Moderne Batterieladegeräte erledigen ihre Aufgaben vollautomatisch. Von der Diagnose, Reaktivierung tiefentladener Batterien über das Entladen, Nachladen bis zur Erhaltungsladung zeigen diese Geräte über Leuchtdioden den momentanen Batteriestatus an.

 

Ladegeräte können auf verschiedene Arten angeschlossen werden:
Die „herkömmliche“ Methode ist das Anklemmen der Ladekabel mittels Krokodilklemmen direkt an den Batteriepolen (für gelegentliche Ladungen im eingebauten Zustand oder während der Stilllegung einer ausgebauten Batterie).

Bordsteckdose unter dem Tank - KLICK zum Vergrößern
Bordsteckdose unter dem Tank - KLICK zum Vergrößern

Ich bevorzuge die Ladung über eine Euro Bordsteckdose bzw. über einen Ctek-Indikator. Eine Steckdose habe ich am Lenker montiert (ist gleichzeitig auch ein Zigarettenanzünder), die zweite Steckdose unter dem Tank verwende ich für das Batterieladen. Der Vorteil ist, daß die wartungsfreie Batterie nie ausgebaut werden muß und man jederzeit problemlosen, schnellen Zugang für die Ladung hat. Es gibt genügend Montagepunkte, eine Eurosteckdose „geschützt“ zu montieren, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Batterieladegerät Ctek Multi XS4003 (rechts) und Batterieindikator (links) - KLICK zum Vergrößern
Batterieladegerät Ctek Multi XS4003 (rechts) und Batterieindikator (links) - KLICK zum Vergrößern

Weiters habe ich einen Indikator mit Leuchtdioden (Ctek) oberhalb der linken Fahrerfußraste montiert, die mir jederzeit den Zustand der Batterie anzeigt. Auch über diesen Indikator kann ich mit einem als Zubehör erhältlichen Kabel die Batterie auf- oder nachladen oder zur Erhaltungsladung ständig angeschlossen lassen. Ein Ausbau der wartungsfreien Batterie ist daher nicht erforderlich.

Der Indikator und die gewählte Montageposition sind vor allem dann sehr praktisch, wenn das Motorrad während einer längeren Stilllegung (z. B. Winterpause) unter einer Plane verpackt ist und der Zugang zur Batterie nur schwer möglich ist.

Nachfolgende Fotos zeigen die beiden Batterieladegeräte und die Bordsteckdosen, die ich laufend verwende. KLICK auf die Fotos zur Vergrößerung, unterhalb der Fotos erscheint auch die Beschreibung.

 

 

Zum Abschluß noch ein Wort zu Ladegeräten:

 

> Die meisten modernen Ladegeräte besitzen einen Verpolungsschutz, die das Gerät und die Batterie bei falsch angeschlossenen Ladekabeln vor Schäden schützen und das Ladegerät abschalten.

> Sofern das Ladegerät zum Laden von Batterien mit unterschiedlichen Spannungen geeignet ist muß der Wahlschalter zuerst auf die richtige Batteriespannung eingestellt werden.

> Wie schon oben öfter erwähnt muß beim Anklemmen der Ladekabel zuerst das Massekabel an den Minuspol, danach das Pluskabel an den Pluspol der Batterie angeklemmt werden. Beim Entfernen der Ladekabel in umgekehrter Reihenfolge.

> Ladegeräte immer in trockener Umgebung verwenden und lagern!

zu >Reparatur, Wartung< , Werkstatthandbuch und Fahrerhandbuch ...
< KLICK

zurück zur Übersicht der Tipps
< KLICK