Erfahrungen mit Reifen für die Honda F6C Valkyrie GL 1500 (Eigenschaften, Kilometerleistung, Wirtschaftlichkeit):

Für die Honda F6C Valkyrie GL 1500 (SC 34) sind nachstehende Reifengrößen vorgeschrieben:

Vorne = 150/80 R 17 72H
Hinten = 180/70 R 16 77H

Jede(r) muß für sich selbst entscheiden welches Fabrikat / Type in Frage kommt. Dabei ist es sinnvoll auch die Erfahrungen anderer F6 - Besitzer einzuholen. Ausschlaggebend für meine Kaufentscheidung bei Reifen ist die Laufleistung, das Abrollgeräusch und das Fahrverhalten (Laufruhe). Natürlich sollte auch der Preis unter den Händlern verglichen werden und es gilt - wie so oft im Leben - fragen und vergleichen: Es zahlt sich aus!

 

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Meine persönlichen Erfahrungen:
Der
Metzeler ME880 Marathon bringt es auf eine Laufleistung von durchschnittlich 12.000 km (kommt natürlich auch auf die Fahrweise an). Die Abrolleigenschaften und die Laufruhe sind bei Kurvenfahrten im Vergleich zum Dunlop D206 etwas unruhiger und es ist leichtes Vibrieren am Lenker spürbar. Das ist darauf zurückzuführen, daß der Dunlop D 206 weicher als der Metzeler ME880 Marathon ist. Auf gerader Fahrbahn bemerkte ich keinen Unterschied.
 

Zur Laufleistung musste ich feststellen, daß der Dunlop D 206 keineswegs an den Metzeler ME880 Marathon herankommt. Bei ungefähr gleichbleibenden Bedingungen (Wärme, Fahrstil, Beladung usw.) schaffte der Dunlop D 206 nur 4500 km, das Profil war bereits bis auf 1 mm abgefahren. Eine diesbezügliche Anfrage beim Importeur und Hersteller blieb leider unbeantwortet.

 

Die härtere Reifenmischung beim Metzeler ME880 Marathon macht sich auf jeden Fall bei warmen Temperaturen, sportlicher Fahrweise und rauen Fahrbahnoberflächen mit gutem Grip bezahlt.

Der Avon AM41 / AM42 rangiert in Bezug auf Laufleistung im Mittelfeld, hat jedoch bei Nässe und kälteren Temperaturen schlechte Fahreigenschaften. Das berichten einige F6 - Fahrer, ich habe diesen Reifen selbst nicht probiert.

 

Mit den anderen hier abgebildeten Marken habe ich persönlich keine Erfahrung. Vielleicht kann mir dazu jemand etwas erzählen, dann werde ich die Erfahrung anderer auch hier einfügen.

Bezeichnung von Motorradreifen – was steht drauf (nicht typenbezogen):

Reifendimension:
Ein Motorradreifen wird durch folgende Angaben bestimmt:
> Reifenbreite;
> Verhältnis von Querschnitt zu Breite in Prozent;
> Bauweise;
> Felgendurchmesser;
> Tragfähigkeitsindex;
> Geschwindigkeitsindex.
Alle Daten sind auf dem Motorradreifen seitlich ersichtlich.

Alte Bezeichnungen - Beispiel:
Vorne: 3.25 S19
Hinten: 4.00 S18

Die Zahl mit dem Punkt getrennt gibt die Reifenbreite in Zoll an. Der Buchstabe steht für den zulässigen Geschwindigkeitsbereich und die Zahl dahinter für den Reifendurchmesser von Wulst zu Wulst. (Der Wulst – bzw. der Innenring der Reifenflanken – sorgt für einen sicheren Sitz des Reifens auf der Felge. Der Wulstkern enthält einen oder mehrere Drahtkerne mit den darumgelegten Karkassenfäden. Über dem Wulstkern sitzt der Kernreiter aus Gummi. Damit lassen sich Reifenverformungen bei auftretenden Querkräften, Lenkreaktion und der Federungskomfort beeinflussen.)

Aktuelle Bezeichnungen:
So bedeutet die Aufschrift 160/60ZR17 (69W) TL M/C folgendes:

> 160 bedeutet der Motorradreifen ist 160 mm breit;
> 60 gibt das prozentuale Verhältnis von Reifenbreite zu Reifenquerschnitt an, in diesem Beispiel sind das 96 mm;
> ZR Radialreifen für Vmax über 240 km/h;
> 17 gibt den Felgendurchmesser in Zoll an;
> 69W Tragfähigkeitsindex 69 (325 kg), Speedsymbol W bedeutet eigentlich 270 km/h, es steht hier aber in Klammern und das bedeutet, dass der Reifen für Geschwindigkeiten größer als 270km/h freigegeben ist;
> TL ist eine Abkürzung für Tubeless und bedeutet schlauchlos.
M/C steht für Motorcycle (Pflichtkennung für Amerika). Diese Kennzeichnung muss seit Mai 2003 auch auf Motorrad- und Rollerreifen in 13 Zoll bis 19 Zoll aufgebracht sein.

Die Aufschrift 130/80-18 69S TT bezeichnet einen Diagonalreifen:
An Stelle ZR deutet dies auf Diagonalbauweise hin.
> TT Tube Type, Reifen mit Schlauch;
> S Speedsymbol, hier 180 km/h;
> andere Angaben siehe oben.

Diese Angaben müssen mit den Daten in der Zulassungsbescheinigung übereinstimmen oder es muss eine Reifenfreigabe vorliegen. Wichtig ist, dass die Kombinationen aus Vorder- und Hinterradbereifung eingehalten werden.

Bei einigen Motorrädern werden sogar explizit Hersteller und Modellbezeichnung der zu verwendenden Reifen vorgeschrieben.

Um etwas freier bei der Reifenwahl zu sein, kann man allerdings versuchen diese Reifenbindung "austragen" zu lassen. Besteht nämlich kein Herstellereintrag hat man die freie Wahl zwischen den Anbietern.

Weitere Informationen auf Motorradreifen und deren Bedeutungen:

Alter des Reifens
Alter des Reifens

Alter
Reifen unterliegen natürlichen Alterungsprozessen, sie verlieren mit der Zeit ein wenig an Haftung und Elastizität.
Spezielle Substanzen, die bei der Reifenfertigung eingesetzt werden, verlangsamen diesen Vorgang. Eine sachgerechte Lagerung kann den Alterungsprozess ebenfalls hinauszögern. Ein Motorrad aber, das jahrelang abgemeldet war, sollte im Interesse der Fahrsicherheit neu bereift werden. Aufschluss über das Reifenalter gibt die DOT - Nummer auf der Reifenflanke.

Auswuchten
Das Auswuchten eines Reifens ist die Voraussetzung für Fahrkomfort und die Vermeidung von Vibrationen, die das Fahrverhalten beeinträchtigen. Letztere werden durch eine ungleiche Massenverteilung hervorgerufen. Gegengewichte an der Felge gleichen die Unwuchten aus, die bei der Drehbewegung des Reifens entstehen.

DOT-Nummer
DOT steht für das amerikanische ''Department of Transportation''. Die DOT-Nummer auf der Reifenflanke besagt nicht nur, dass der Reifen den US-Bestimmungen entspricht. Die letzten drei Ziffern geben auch Auskunft über das Alter des Reifens: Demnach steht ''419'' zum Beispiel für die 41. Produktionswoche 1999. Seit dem 01.01.2000 werden die Bauwoche und das Baujahr eines Reifens vierstellig festgehalten. Das bedeutet, dass die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer Bauwoche und Baujahr des Reifens vorgeben: "1600" bedeutet also die 16. Woche 2000.

ECE R 75
ECE R 75

ECE R 75
Seit dem 01. 01.1997 europaweit gültige Norm für Zweiradreifen, die einige Änderungen hinsichtlich der Bezeichnungen von V-, VB- und ZR-Reifen beinhaltet.

Einfahren
Die Oberfläche eines fabrikneuen Reifens ist sehr glatt und muss erst aufgeraut werden, um seine Haftungsqualitäten entfalten zu können. Ein kontrolliertes Einfahren der gesamten Lauffläche ist deshalb unerlässlich.

Einzelabnahme
Vorführung beim TÜV, um einen bestimmten Reifentyp nachträglich einzutragen.

Fabrikatsbindung
Immer häufiger legen Fahrzeughersteller neben der Reifengröße auch die Reifenfabrikate fest, die für bestimmte Motorradmodelle zulässig sind. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Reifen und Fahrwerk in der Praxis miteinander harmonieren. Die entsprechenden Hinweise zu den zulässigen Reifenmodellen finden sich im Fahrzeugschein bzw. -brief.

Freigabe
Für Motorräder werden Reifengrößen und Reifenfabrikate aufgrund eingehender Fahrversuche durch den Fahrzeughersteller freigegeben. Die Umrüstung darf nur der Hersteller oder ein Kfz-Sachverständiger bestätigen.

Wuchten eines Reifens
Wuchten eines Reifens

Gelber Punkt oder Wuchtpunkt
Oft werden die Reifen nach der Produktion gewuchtet und mit einem farbigen Punkt markiert (rot bei (Metzeler/Pirelli, gelb bei Bridgestone und Dunlop). Diese Stelle wird als Wuchtpunkt bezeichnet. Bei der Montage ist der Wuchtpunkt am Ventil - dem schwersten Punkt der Felge - zu positionieren.

Geschwindigkeitssymbol
Kennzeichnung der für Motorradreifen zulässigen Höchstgeschwindigkeit durch einen Code-Buchstaben (z.B. P = 150 km/h , S = 180 km/h , H = 210 km/h).

Gummimischung
Gemeint ist die Laufflächenmischung. Eine „harte“ Mischung erhöht die Laufleistung, einer „weiche“ die Haftung.

Karkasse
Die Karkasse ist das Grundgerüst des Reifens und besteht heute vorzugsweise aus hochfesten Kunstfasergewebelagen (Rayon, Nylon oder Kevlar), die an der Wulst jeweils umgeschlagen werden. Als tragendes Element des Reifenunterbaus ist die Karkasse für die Stabilität eines Reifens verantwortlich. Je nach Karkassaufbau werden Diagonal-, Diagonalgürtel- oder Radialreifen unterschieden.

Kennzeichnung
Die auf den Flanken angebrachte Ziffern- und Buchstabenfolge lüftet die Identität eines Reifens. Neben dem Reifentyp und dem Herstellungsdatum (DOT-Nummer) werden das Querschnittsverhältnis, die zulässige Höchstgeschwindigkeit, die Reifenbauart, der Felgendurchmesser und die maximale Tragfähigkeit ausgewiesen. Hinzu kommen Angaben, ob es sich um eine Schlauchlos-Typ oder eine Bereifung ohne Schlauch handelt, sowie ein Pfeil, der die Laufrichtung anzeigt.

Kernreiter
Als Bestandteil der Wulst füllen Kernreiter aus Gummi den durch den Karkassenumschlag entstandenen Hohlraum aus und verstärken so die Reifenflanke.

Stehende Lagerung
Stehende Lagerung

Lagerung
Der ideale Aufbewahrungsort für Reifen ist dunkel, trocken, kühl und nicht zu stark belüftet. Auf keinen Fall sollten Reifen zusammen mit Chemikalien, Schmiermitteln oder Treibstoff gelagert werden. Nicht auf Felgen montierte Reifen sollten stehend gelagert werden.

Lauffläche
Als Lauffläche wird der profilierte Umgangsstreifen bezeichnet, der auf die Karkasse aufvulkanisiert wird. Die Gummimischung der Lauffläche entscheidet zusammen mit der Abstimmung der Karkasse über Abriebfestigkeit und Haftfähigkeit eines Reifens.

Load – Index oder Tragkraft
Die maximale Tragkraft eines Reifens ist ebenfalls auf der Reifenflanke vermerkt. Ein Motorradreifen der Dimension 170/60 ZR 17 (73 W) hat einen Load Index von 73 und damit eine Höchsttragfähigkeit von 365 kg.

Luftdruck prüfen
Luftdruck prüfen

Luftdruck
Der richtige Luftdruck ist Voraussetzung für ein einwandfreies Fahrverhalten. Kilometerleistung, Bremsweg oder Kurvenhaftung hängen auch von einer korrekten Luftfüllung ab. Der Luftdruck - Hinweise finden sich im Handbuch oder am Motorrad (Schwinge) - wird grundsätzlich bei kaltem Reifen und am besten wöchentlich gemessen. Zu hoher Luftdruck beeinträchtigt den Komfort und erhöht den Verschleiß, zu wenig Luft im Reifen führt zu erhöhter Walkarbeit und Erwärmung. Reifenschäden können die Folge sein - im schlimmsten Fall eine Ablösung der aufvulkanisierten Lauffläche.

M/C
Die Signatur weist darauf hin, dass es sich um einen Motorradreifen handelt. Um eine Verwechslung mit PKW-Reifen zu vermeiden, tragen 13-, 14- und 15-Zoll-Reifen die Kennzeichnung M/C (''Motorcycle'').

NHS
Not for Highway Service: Derart gekennzeichnete Reifen haben im Straßenverkehr nichts verloren.

Niederquerschnitt
Moderne Motorradreifen sind heute durchweg Niederquerschnittskonstruktionen: Die Flankenhöhe fällt kleiner aus als die Breite der Lauffläche. Das bringt mehr Gummi auf die Straße sowie größere Stabilität. Ein Reifen der Dimension 120/70 ZR 17 beispielsweise ist 120 mm breit und 84 mm (70 Prozent von 120 mm) hoch.

Ply
Englische Bezeichnung für Lage. Gemeint sind die Gewebelagen im Reifen.

Ply Rating (PR Zahl)
Ist eine veraltete Tragfähigkeitskennung von Reifen, die die Baumwollcord-Lagen im Reifenunterbau angab (8 PR = acht Lagen). Heute dient sie als Kennzahl der Reifenfestigkeit für unterschiedliche Fahrzeuggewichte. (4 PR = 4 Lagen, normale) (6 PR = 6 Lagen, Reinforced)

Profiltiefe
Laut StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) beträgt die Mindestprofiltiefe von Motorradreifen 1,6 mm. In der Praxis erweist es sich als sinnvoll, schon vor Erreichen dieses Minimalwertes in einen Reifenwechsel zu investieren. Gemessen wird die Profiltiefe im Mittenbereich der Lauffläche.

Radialreifen
Der Trend auf dem Reifenmarkt geht eindeutig in Richtung Radialreifen. Seine Konstruktion - eine Karkasse mit Fadenverlauf im rechten Winkel zur Laufrichtung (radial) und zusätzlichen Gürtellagen - steht für Formstabilität auch bei hohen Geschwindigkeiten. Weniger Gewebelagen als beim Diagonalreifen bedeuten zudem weniger Walkarbeit und Wärmeentwicklung. Radialreifen sind durch ein ''R'' gekennzeichnet: 180/55 ZR 17.

Reifenalter
Reifen altern aufgrund chemischer und physikalischer Vorgänge. Ein sachgemäß gelagerter Reifen entspricht auch nach mehreren Jahren der Spezifikationen eines Neureifen.

Reifenreparatur? Bitte nicht!
Reifenreparatur? Bitte nicht!

Reifenreparaturen
sollten grundsätzlich vom Fachmann ausgeführt werden. Pannensprays sind nur als Notbehelf anzusehen. Das Einlegen eines Schlauches zum Abdichten eines beschädigten TL-Reifens ist verboten. Auf jeden Fall ist umgehend ein Neureifen zu montieren.

Reinforced
Reifen mit verstärktem Aufbau und erhöhter Tragfäigkeit. Kennzeichnung: reinf.

Roter Punkt oder Wuchtpunkt
Oft werden die Reifen nach der Produktion gewuchtet und mit einem farbigen Punkt markiert (rot bei Metzeler/Pirelli, gelb bei Bridgestone und Dunlop). Diese Stelle wird als Wuchtpunkt bezeichnet. Bei der Montage ist der Wuchtpunkt am Ventil - dem schwersten Punkt der Felge - zu positionieren.

Wulst
Der Reifenwulst, sozusagen der Flankeninnenring, enthält einen oder mehrere Drahtkerne und sorgt für den sicheren Sitz des Reifens auf der Felge.

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