Flaggen Italien und Sardinien
Flaggen Italien und Sardinien

 

 

Sardinien (mit Venedig, Murano, Burano, Gardasee) *2010*

Gerd Frömmel Froemmel, A-8990 Bad Aussee, fg-steirer

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Den Reisebericht findest Du etwas weiter unten nach der Routenbeschreibung. Scroll down. Beachte unbedingt auch die Hinweise zur itaienischen Autobahnmaut im Reisebericht. Weitere Informationen erhältst Du gerne, Anfragen über mein Kontaktformular.

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13. bis 28. Juli 2010

Die gelb markierten Nummern hinter den Orten sind die Positionen auf der Landkarte.

Alle Zeit- und Kilometerangaben sind ohne Autobahnen und ohne Zwischenstops berechnet. Die tatsächlichen Fahrzeiten über Autobahnen sind entsprechend kürzer.

 

Anreise (< KLICK auf die Landkarte zum Vergrößern):

1. Tag: Bad Aussee (1) - Ennstal - Obertauern (2) - Turracher Höhe - Feldkirchen in Kärnten (3) - Moosburg in Kärnten (4) - Krumpendorf am Wörthersee (5) (1 Übernachtung im Hotel Krumpendorferhof). Die Fahrtstrecke beträgt ca. 190 km, reine Fahrzeit ca. 2 ¾ Std. **

2. Tag: Krumpendorf (5) - Villach (6) - Tarvisio (7) - Udine (8) - Portugruaro (9) - Mestre (10) (2 Übernachtungen im Hotel Tritone Venezia, Viale Stazione, 16, Mestre, 30171). Die Fahrtstrecke beträgt ca. 280 km, reine Fahrzeit ca. 5 Stunden. **

3. Tag: Mestre (10) - Tagesausflug mit Bus nach Venedig (11), Insel Murano und Insel Burano - zurück nach Mestre (10). Heute ist ein motorradfreier Tag. **

4. Tag: Mestre (10) weiter nach Ravenna (12) - Forli (13) - Florenz (14) - Livorno (15). Fahrtstrecke von Mestre bis Livorno beträgt ca. 365 km, reine Fahrzeit ca. 6 Stunden.
19:30 Uhr Einchecken im Hafen Livorno, weiter um 21:30 Uhr mit der Moby Lines Nachtfähre nach Olbia, Ankunft 08:00 Uhr (16) **

5. Tag: Weiter von Olbia (16) in die Provinz Oristano nach Arborea (17) (7 Übernachtungen im Horse Country Resort Congress & Spa, Strada A Mare 24, 27, Arborea, 09092). Fahrtstrecke von Olbia nach Arborea ca. 190 km, Fahrzeit ca. 2 ½ Stunden. **

6. bis 11. Tag: Ausflüge auf der gesamten Insel (siehe Fotos) und Ruhetage

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Rückreise (< KLICK auf die Landkarte zum Vergrößern):

12. Tag: Von Arborea (1) nach Olbia (2)
Einchecken um 20:00 Uhr im Hafen Olbia (2), weiter um 22:00 Uhr mit der Moby Lines Nachtfähre von Olbia nach Livorno (3) Ankunft 06:30 Uhr. **
13. Tag: Weiter nach Pisa (4) - Massa (5) - Mantua (6) - Gardasee - bis Desenzano del Garda (7) (1 Übernachtung im Admiral Hotel Villa Erne, Viale G. Motta 13, Desenzano del Garda, 25015). Fahrtstrecke von Livorno zum Gardasee nach Desenzano del Garda ca. 325 km, Fahrzeit ca. 6 Stunden. **
14. Tag: Von Desenzano del Garda (7) nach Trient (8) - Bozen (9) - Brenner (10) - Innsbruck (11) - Hall in Tirol (12) (2 Übernachtungen im GH Badl, Innbrücke 4, A-6060 Hall in Tirol). Fahrtstrecke von Desenzano del Garda nach Hall in Tirol ca. 303 km, Fahrzeit ca. 5 Stunden. **
15. Tag: Von Hall in Tirol (12) über Reutte - Fernpaß - ins Allgäu und wieder zurück (eine Fahrt ins Blaue zu Freunden, nur bei Schönwetter)
16. Tag: von Hall in Tirol (12) über Rosenheim (13) - Walserberg (14) - nach Bad Aussee (15). Fahrtstrecke ca. 260 km, Fahrzeit ca. 3 Stunden. **

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Unser Hotel auf Sardinien:

Horse Country Resort, Congress & Spa
Strada A Mare 24, 27, Arborea, 09092

Auszug aus der Beschreibung der Homepage des Hotels:

Mitten im Herzen von Sardinien gelegen, am westlichen Ufer positioniert und vom Grün eines jahrhundertealten Pinienwaldes umgeben, finden Sie das Horse Country mit Blick auf die herben Gebirge des Arcidano und auf die an Flora und Fauna reiche Hochebene von Giara di Gesturi. An dessen Seiten finden Sie lange Strände mit feinstem goldglänzenden Sand in Verbindung mit einem faszinierenden Ökosystem seltener und vom Aussterben bedrohter Flamingos …
(Foto aus www.horsecountry.it)

Gerd Frömmel Froemmel, A-8990 Bad Aussee, fg-steirer

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Motorradreise mit Zwischenaufenthalten in Venedig, auf den Inseln Murano und Burano sowie am Gardasee.
Ich beschränke mich hier auf das wesentlichste, das für Autofahrer und Motorradfahrer gleichermaßen interessant sein dürfte. Gerne gebe ich auf Wunsch weitere Informationen.
Gleich mal vorweg: Sardinien ist eine Reise wert, die aber auch gut und frühzeitig geplant werden soll. Doch dazu später.

Es versteht sich von selbst, daß nicht nur Du fit für eine lange Tour bist, auch Dein Motorrad sollte die km - Distanz durchhalten (achte besonders auf den Reifenzustand vor der Abreise!)

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Unsere Reise starteten wir in Bad Aussee, fuhren bei Schönwetter durch das Ennstal und über die Radstädter Tauern in das Murtal. Innerhalb weniger Minuten schlug das Wetter kurz vor der Turracher Höhe um und es begann wie aus Kübeln zu schütten, daß an eine Weiterfahrt momentan nicht zu denken war und wir eine Rast bis zur Wetterbesserung in einem Kaffeehaus einlegten. So schnell wie der Regen kam verzog er sich auch wieder und bei herrlichem Sonnenschein fuhren wir über Feldkirchen in Kärnten bis nach Krumpendorf am Wörthersee, wo wir im Krumpendorfer Hof übernachteten. Das Zimmer hatten wir - wie alle anderen auch - bereits 4 Monate vorher bestellt.

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Die Weiterreise nach Mestre erfolgte über Villach, Tarvisio, das Canaltal, alles ohne Autobahnen bis nach Mestre. In Mestre hatten wir im Hotel Tritone 2 Übernachtungen gebucht. Wir besuchten die Lagunenstadt Venedig, fuhren mit Schiffen auf die Inseln Murano zu den Glasbläsern und Burano zu den Textilhandwerkern. Dafür mußt Du auf jeden Fall einen ganzen Tag einplanen. Das Motorrad ließen wir beim Hotel stehen und besorgten uns in einer Bar zwei Tickets, die in Mestre und Venedig für alle Bus- und Schiffverbindungen Gültigkeit haben. Die Tagestemperaturen in Venedig betrugen zwischen 34 und 37°C. Übrigens: Die Busverbindungen sind hier optimal, alle Linien fahren in sehr kurzen Abständen. Die Schiffe zu den vorgelagerten Inseln Murano und Burano befördern die Menschenmassen zu festgelegten Fahrplänen. Das System ist einfach, man muß es nur einmal "gecheckt" haben, von wo welches Schiff wohin fährt. Alle fahren am Canale Grande von verschiedenen Anlegestellen weg, die einige 100 Meter auseinander liegen.

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Die nächste Etappe unserer Tour führte uns von Mestre nach Livorno. Wir planten auch diese Etappe ohne Autobahnen. Bald mussten wir jedoch erkennen, daß es in den kleinen Orten und den Bundesstraßen auf Grund des starken LKW-Verkehrs kein Weiterkommen gab. Eingekeilt zwischen stinkenden LKWs fuhren wir bei sengender Hitze in voller Motorradkluft ca. 50 km bis Ravenna, dann suchten wir uns den Weg zur Autobahn, auf welcher wir dann bis Livorno fuhren. Die Autobahnmaut bezahlst Du entweder in bar, per Telepass oder Kreditkarte bei Verlassen der Autobahn. Je nach Deiner Zahlart wählst Du die richtige Spur an der Mautstelle (ist unübersehbar ausgeschildert).

Achtung bei Kartenzahlung: Gelegentlich kommt es vor, daß die Kartenzahlung aus unerklärlichen Gründen nicht funktioniert. Du stehst vor dem geschlossenen Schranken und wartest, was nun passiert (so wie wir). Nach mehrmaligen Versuchen und der sich inzwischen aus dem Lautsprecher meldenden Stimme (die ich mangels Italienischkenntnisse natürlich nicht verstehe) wird auch der nachfolgende Verkehr ungeduldig und das Hupkonzert beginnt. Da heißt es ruhig bleiben. Auf keinen Fall versuchen zurückzuschieben, das ist per Strafe verboten und wird geahndet!! Wenn die ganze Aktion auch mehrere Minuten dauern kann, der Schranken geht dann auch bei nicht bezahlter Maut hoch, vorher wird Dein Kennzeichen fotografiert und ein „unpaid ticket“ wird automatisch ausgedruckt. Für die Bezahlung dieses Tickets per Internet hast Du dann 15 Tage Zeit. Zahlst Du nicht kommt einige Tage später eine Zahlungsaufforderung, die dann ganz schön teuer werden kann. Daß Kartenzahlungen manchmal nicht funktionieren ist kein Einzelfall, wurde auch schon in anderen Berichten erwähnt.
Je weiter wir ins südliche Italien vordrangen desto heißer wurde es. Wir legten einige Zwischenstops in Raststätten ein, um den Feuchtigkeitshaushalt in unserem Körper wieder auszugleichen. Lange Warteschlangen an den Kassen, an denen Du zuerst ein Ticket besorgen musst sowie das anschließende Anstellen an der Getränkeausgabe lassen die Zeit schnell verfliegen. Alle Autogrill Raststätten heben sich durch besonders unfreundliche Mitarbeiter und extrem schmutzige Tische hervor. Speisereste und Abfälle von anderen Gästen bleiben auf den Tischen liegen, das kümmert niemand. So suchten wir immer schnell das Weite.

Nachtrag zur italienischen Autobahnmaut:

ACHTUNG! Mahnungen durch Inkassobüros für nicht bezahlte Autobahnmaut unbedingt ernst nehmen. Nicht bezahlte Autobahngebühren verjähren in Italien erst nach 10 Jahren!

Allgemein gilt: Wenn die Kartenzahlung aus irgendeinem Grund nicht funktioniert, wird trotzdem ein Beleg ausgedruckt und der Schranken öffnet sich. Kontrolliere sofort den ausgedruckten Beleg. Sollte unter dem Punkt "Modalita di Pagamento" ein "R" stehen wurde die Maut nicht bezahlt. In diesem Fall unbedingt gleich eine Person an der Mautstelle oder einer "Punto Blu" (= Maut Service Stelle) kontaktieren. In meinem Fall war dies nicht möglich, weil dort niemand anwesend war.

NOCHMALS ZUR ERINNERUNG: Wie schon oben erwähnt niemals vor geschlossenem Schranken versuchen zurückzuschieben. Dies ist bei Strafe verboten und wird geahndet! Der Schranken geht irgendwann auf jeden Fall hoch!

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Nach 335 km Fahrt von Mestre bis Livorno sind wir im Hafengelände angekommen. Wir hatten genügend Zeit, um uns im (ebenfalls recht schmutzigen) Restaurant mit Essen und Trinken zu stärken. Neben dem Restaurant gibt es auch einige kleine Geschäfte, in denen man sich Reiseutensilien, Verpflegung oder auch Souvenirs besorgen kann. Aber das bekomt man alles auch auf der Fähre. Die Temperatur am Hafen stieg bei unserer Ankunft um 15:45 Uhr bereits auf 37°C. Schnell füllten sich nach uns die Zubringerspuren. Wer mit dem Motorrad anreist ist klar im Vorteil, denn Motorräder werden auf die Fähre als erstes verladen und deshalb in der Warteschlange ganz vorne aufgestellt. Hast Du bereits ein Fährenticket brauchst Du nicht mehr zum Ticketschalter. Alle anderen stellen sich brav in der Warteschlange vor dem Schalter an. Tickets für kurzentschlossen reisende gibt es immer.
Das Verladen der Fahrzeuge geht zügig voran, vierrädrige und solche mit Anhäger werden Stoßstange an Stoßstange eingewiesen. Nach dem Abstellen des Fahrzeuges hast Du das Parkdeck umgehend zu verlassen. Die Parkdecks werden während der Überfahrt verschlossen.

Beim Verladen der Motorräder darf nur der Lenker in das Parkdeck einfahren, die Sozia / der Sozius muß zu Fuß auf das Schiff. Je nach Fähre werden Motorräder entweder in den Zwischengängen oder an der Außenwand abgestellt. Nicht immer werden die Bikes vom Fährenpersonal verzurrt, dann mußt Du das selber erledigen. Das ist auch besser so, denn die Herren dort gehen dabei nicht zimperlich um. Seile zum Befestigen hängen an den Relings, die sind aber teilweise sehr kurz bemessen. Ich hatte mir vor der Abreise 2 Zurrgurte mit Ratsche besorgt.

Für das Motorrad bekommst Du beim Einchecken ein Klebeetikett, welches bis zum Verlassen der Fähre auf dem Motorrad kleben muß. Wenn mit Dir ein Sozius mitreist bekommst Du ein 2. Etikett, welches Du Deinem Sozius / Deiner Sozia mitgeben musst. Diese(r) hat sonst das Problem, möglicherweise nicht auf das Schiff gelassen zu werden (wir sprechen hier aus eigener Erfahrung). Das sagt Dir aber niemand. Wir haben uns nach längerem gegenseitigen Suchen unter 4000 Reisenden trotzdem wieder gefunden.
Unsere Fähre legte pünktlich um 21:30 Uhr ab, die diversen Restaurants, Bars, Coffeeshops, Pizzeria und sonstiges an Bord haben längst geöffnet, Du kannst Dich jetzt gelassen bei einem Bierchen oder Abendessen zu überteuerten Preisen dem Genuß hingeben.
Um 07:30 Uhr legten wir auf Sardinien im Hafen Olbia an.
Für die Überfahrt nach Sardinien wäre es ratsam, eine Kabine zu buchen. Diese sind komfortabel, mit Duschen ausgestattet und Du kannst Dich vor dem Verlassen der Fähre frisch machen.

Anders ist es, wenn Du einen Liegesessel (ist nur einfacher Polstersessel ohne Fußteil mit nach hinten zu verstellender Rückenlehne) gebucht hast oder - wie übrigens viele Reisende - einfach auf dem Boden irgendwo unter den Stiegen, auf Bänken im Restaurant oder im Schlafsack auf dem offenen Deck die Nacht verbringen. Ab 5 Uhr morgens stürmen die ersten die viel zu wenigen Toiletten, die bis zum Anlegen der Fähre hoffnungslos überfüllt sind. An Körperpflege ist hier nicht zu denken und Du steckst noch in Deinem Gewand vom Vortag, das Du auch heute noch bis zu Deiner Ankunft im Hotel tragen wirst. Die verschiedensten Gerüche machen sich am Morgen schnell quer durch die Fähre breit und verstärken sich in dem Moment, wenn nach dem Anlegen alle möglichst schnell zu den Stiegen drängen um als erste das Schiff zu verlassen. Drängerei bringt hier nichts, da Du mit Deinem Fahrzeug sowieso das Ausfahren der vor Dir stehenden abwarten musst. Auch das Entladen der Fähre geht großteils reibungslos. Ausnahmen gibt es jedoch immer wieder, wenn ungeübte Wohnwagenfahrer einfach nicht im Retourgang aus der Fähre finden.
Da Sardinien die Ferieninsel der Italiener ist wirst Du auch kaum einen Fährenmitarbeiter finden, der Deine Sprache spricht. Hinweistafeln im Schiff sind allerdings in italienischer, englischer und deutscher Sprache angebracht.

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Wir verlassen nun das Hafengelände in Olbia, fahren auf die Staatsstraße SS125, weiter auf der SS131 direkt bis Oristano an die Westküste. Auf dieser Straße bist Du so ziemlich alleine unterwegs, zig - Kilometer schnurgerade, links und rechts nur vertrocknetes Land. Auf den wenigen kleinen Rastplätzen bist Du der prallen Sonne ausgesetzt. Müll wird dort in ganzen Säcken einfach aus dem Auto entsorgt, Matratzen, komplette Reifengarnituren säumen die Parkplätze und Banketts der Straßen. Da hat Sardinien gewaltigen Handlungsbedarf.
Die Polizei ist so gut wie nicht präsent. Auf den langen Geraden habe wir auf dieser Strecke nur 2 Polizeistreifen entdeckt, die unter Straßenüberführungen im Schatten (dort sind sie aus weiterer Entfernung nicht sichtbar) auf Tempobolzer warten.

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Verkehr auf Sardinien: Die Straßen sind großteils gut ausgebaut, hier gibt es keine Autobahnen. Das Tempolimit beträgt 90 km/h, innerorts 50 km/h. Die Banketts sind großteils nicht befestigt, Motorradfahrer sollten daher besonderes Augenmerk auf diese Gefahr legen.
Tankstellen entlang der Staatsstraßen sind in großen Abständen, dafür aber meist ganztägig geöffnet. Anders ist es abseits der Staatsstraßen. In Dörfern und auch größeren Orten sind die Tankstellen meist nur am Vormittag geöffnet. Einige wenige Tankstellen sind mit Tankautomaten ausgestattet, an denen Du auch bei geschlossener Tankstelle Treibstoff bekommst. Beachte jedoch, daß diese Automaten nur 5-EURO und 20-EURO Scheine schlucken (keine Karten) und auch nicht wechseln können. Wenn Du also 20 EURO in den Automat steckst und dann nur um 15 EURO tankst hast Du dem Tankstellenbetreiber 5 EURO geschenkt. Wenn es Dir nicht zu umständlich ist kannst Du jedoch die 5 EURO am nächsten Tag unter Vorlage des Belegs abholen.

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Motorradfahrer auf Sardinien sollten immer auf genügend Sprit im Tank achten. Wie schon erwähnt sind die Tankstellen oft sehr weit auseinander. Findest Du dann doch eine, ist sie möglicherweise geschlossen. Besonders bei Touren über die beliebten Motorradstrecken kann Dir das zum Verhängnis werden. Stelle Dir die Situation vor: Du fährst schon mit wenig Sprit im Tank, verfährst Dich und Dein Navi schickt Dich kreuz und quer durchs Land, der Motor stottert und Du legst den Benzinhahn auf „Reserve“ um. Erreichst Du noch irgendwo eine offene Tankstelle oder bleibst Du irgendwo auf menschenleerer Straße stehen? Also nicht vergessen, regelmäßig nachzufüllen.

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Verwendest Du ein Navi, dann verlasse Dich besser nicht darauf, auf kürzestem, schnellstem oder schönstem Weg ans Ziel zu kommen. In meinem Fall (Garmin ZUMO660, neueste Kartensoftware) hat mich das Gerät des öfteren in Gassen geschickt, an deren Ende Du nicht einmal mehr umkehren kannst und Deinen 350 kg-Chrombolliden samt Sozia zurückschieben musst. 70 % der auch schon länger existierenden Kreisverkehre kennt das System nicht, kilometerlange Straßenzüge führen auf dem Navidisplay oft ins Niavrana. Das Mitführen einer Straßenkarte ist also unerläßlich. Auch das Abrufen von "Points of Interests", insbesondere Gastronomiebetriebe, Apotheken ist auf Sardinien und auch Italien weitum nicht aktuell. Wer auf Navi und Straßenkarte verzichtet kann auch die sehr auskunftfreudigen, wenn auch nur italienisch sprechenden Sarden um den Weg fragen. Die sind hier sehr hilfsbereit und lassen Dich erst weiterfahren, wenn Sie das Gefühl haben, daß Du sie auch verstanden hast.

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Verkehrsvorschriften: Von den Italienern auf dem Festland ist man aggressive Fahrweise gewöhnt, die Sarden setzen da noch eines drauf. Unter dem Motto „Verkehrsvorschriften sind da um umgangen zu werden“ werden dort alle Geschwindigkeitsbeschränkungen ignoriert, Sperrlinien und Überholverbote werden sowieso nicht eingehalten, rote Ampeln stellen kein Hindernis dar, drängeln, hupen, Kurven schneiden - alles ist da „ganz normal“. Drum passe Dich dem Verkehrsfluß an, sonst kannst Du sehr schnell von einem anderen Verkehrsteilnehmer „abgeschossen“ werden.
Eine Besonderheit stellt hier das Halten und Parken dar: Weiß gekennzeichnete Zonen sind gebührenfrei, blaue Zonen gebührenpflichtig. Motorräder parken grundsätzlich auf Gehwegen. Stellst Du Dein Bike jedoch in einer blauen Zone ab solltest Du auch gleich ein Kurzparkticket lösen, wobei es den Kontrollorganen völlig egal ist, wie Du dieses an Deinem Bike befestigst oder ob Dein gekauftes Ticket inzwischen nicht ein anderer Verkehrsteilnehmer brauchen konnte. Wo keine Bodenmarkierungen vorhanden sind wird in 2., nicht selten auch in 3. Spur geparkt. Das wird von der Polizei geduldet. In Cagliari wartet die Polizei nur darauf, falsch abgestellte Autos von ortsunkundigen abzuschleppen.
Auf Sardinien ist es besonders wichtig, auf „Gefahrensichtweite“ zu fahren. Abgestellte Fahrzeuge, die plötzlich hinter unübersichtlichen Kurven und Kuppen in Deinem Sichtfeld auftauchen sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr und der hinter Dir fahrende Drängler könnte Dir bei Deinem Bremsmanöver gleich von hinten anschieben. Auf Sardinien solltest Du also immer zuerst auf die anderen Verkehrsteilnehmer achten, bevor Du auf Dich selber aufpasst. Nicht selten sind auch Tiere in der Größenordnung von Hunden und Kühen auf den Fahrbahnen unterwegs.

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Der ruhende Verkehr ist hier klar im Nachteil und dürfte von den Verkehrsplanern noch nicht berücksichtigt worden sein. Viel zu wenige Parkplätze innerorts und auch an den Staatsstraßen. Parkplätze und deren Zufahrtsstraßen sind meist nicht asphaltiert und in der Trockenzeit im Sommer sehr staubig. Der ständige Wind trägt das seine dazu bei und verfrachtet den feinen Sandstaub in jede noch so kleine Ritze (Achtung Motorradfahrer!!)

Oft besteht zwischen den nicht asphaltierten Parkflächen und der Fahrbahn ein Niveauunterschied von 10 und mehr Zentimetern - eine weitere Gefahr für Motorradfahrer!

Über die Parkraumbewirtschaftung habe ich bereits berichtet.

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Zahlungsmethoden auf Sardinien: Wie auch teilweise in Italien kannst Du auf Sardinien in allen Geschäften, Tankstellen, Verkehrsmitteln, Gastronomiebetrieben, Hotels bargeldlos bezahlen. Es werden neben der Bankomatkarte sämtliche Kreditkarten akzeptiert. Auch bei Kleinstbeträgen ist das hier kein Problem. Trotzdem solltest Du jedoch immer einige Euros an Kleingeld mithaben, da Trinkgelder in der Gastronomie oder Hotel erwartet werden. Manche Restaurants verrechnen bis zu 15 % Service, dann entfällt natürlich das Trinkgeld.

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Die beste Reisezeit für Sardinien ist Mai / Juni. Zu dieser Zeit herrschen angenehme Temperaturen, die ganze Insel steht in herrlicher Blüte. Ab Juli ist das Land auf Grund 2-monatiger regenloser Zeit völlig dürr und ausgetrocknet, die Tagestemperaturen betragen im Juli oft über 40°C. Als Mitteleuropäer bist Du die intensive Strahlung der sengenden Sonne nicht gewohnt und solltest Deine Haut mit Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Schutzfaktor schützen. Der tägliche und andauernde Wind auf Sardinien macht zwar die Hitze erträglicher, Du bemerkst Deinen Sonnenbrand aber erst abends im Hotelzimmer (wie in unserem Fall. Schüttelfrost und Auftreten von Blasen verschlimmern die Situation noch zusätzlich). Sonnenschutzmittel besorge am besten noch vor Deiner Abreise, denn auf Sardinien ist die Auswahl dieser Produkte sehr beschränkt.

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Noch etwas zum Thema Wind:Der ständige Wind auf Sardinien ist zwar bei den hohen Temperaturen recht angenehm, kann aber fatale Folgen haben. Das habe ich im vorigen Absatz bereits berichtet.

Unangenehm wird es, wenn trotz wolkenlosem, tiefblauem Himmel plötzlich ohne Vorwarnung ein orkanartiger Sturm auftritt, wir haben es erlebt: Wir waren gerade auf der Rückreise, ca. 30 km vor Olbia auf der SS131 unterwegs, als bei Tempo 100 (ich weiß schon, das war um 10 km/h zu schnell) ein plötzlich auftretender Sturm uns beinahe vom Motorrad fegt. Es hat uns mit dem Bike um 2 Meter in Richtung Straßenmitte versetzt, zum Glück waren wir allein auf der Straße. Ich versuche sofort, wieder an den rechten Fahrbahnrand zu kommen und anzuhalten. Wir stemmen uns mit aller Kraft gegen den enormen Seitenwind und es gelingt uns nur mit Mühe, die Valky aufrecht zu halten. Bis zu einer Raststätte, 14 km vor Olbia, fahren wir im Schritttempo und legen eine Pause ein. Doch der Sturm blies weiter und es blieb uns nichts anderes übrig, die letzten Kilometer zum Hafen mit Sturmbegleitung zurückzulegen.

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Wie auch in Italien halten die Sarden mittags Siesta. Die Zeiten, an denen Geschäfte, Banken, Tankstellen usw. geschlossen haben sind je nach Gebiet unterschiedlich zwischen 12:30 und 16:00 Uhr. Die Gastronomie sperrt nach der Siesta meist erst zwischen 19 und 19:30 Uhr auf. Zusätzlich halten in manchen Orten die Geschäfte an Montagen ganztägig geschlossen.

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Sardinien hat viel zu bieten. Angefangen von den vielen schneeweißen Sandstränden an der Ost- und Westküste, der Vegetation, die unzähligen beliebten Kurvenstrecken für Motorradfahrer entlang der Küsten - um nur einiges zu nennen. Über die Insel gibt es jede Menge Literatur und Informationen im Internet, deshalb möchte ich darauf nicht gesondert eingehen. Auch den Besuch von Sehenswürdigkeiten solltest Du bereits im Vorfeld abchecken. Selbst kürzere Fahrtstrecken können auf Sardinien zu einer Halbtagesreise werden, wenn Du auf den Verbindungsstraßen zwischen den Dörfern fährst.

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Die Rückreise erfolgte wieder über die SS131 bis Olbia, mit der Nachtfähre ab 22:00 Uhr nach Livorno. Von Livorno fuhren wir über die italienischen Autobahnen bis zur Ausfahrt Desenzano del Garda. Am Gardasee übernachteten wir im Admiral Hotel Villa Erme. Am nächsten Tag fuhren wir über den Brenner nach Tirol, blieben noch 2 Nächte Nähe Innsbruck (GH Badl, Hall/Tirol), bevor wir - gerade rechtzeitig vor dem Regen - noch trocken nach Hause gekommen sind.

4 Tage Resturlaub sind uns noch geblieben, die wir genützt haben, um "Urlaub vom Urlaub" zu machen.

Es war eine wunderschöne Reise, die ich jedem empfehlen kann.

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Ich würde mich freuen wenn für die / den eine(n) oder andere(n) Sardinienreisende(n) brauchbare Informationen dabei waren.

Für weitere Infos könnt Ihr mich jederzeit gerne kontaktieren.

Verwendet dazu bitte mein Kontaktformular.

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