Vom Mittelmeer durch die Pyrenäen zum Atlantik

(Italien - Monaco - Südfrankreich - Spanien - Pyrenäen - Frankreich - Schweiz)  *2012*

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"Wenn einer eine Reise tut dann kann er was erzählen". Wenn jemand mehr Informationen zu dieser Tour und den einzelnen Orten haben möchte verwendet bitte das Kontaktformular für eine Anfrage. Gerne erzähle ich Euch weitere Details.

Reisezeit: 28. Juli bis 14. August 2012

Fahrtstrecke gesamt: 5000 km

Höchsttemperatur: 41°C in der Nähe Figueres (Spanien) um 15 Uhr

Durchschnittliche Tageshöchsttemperatur in Frankreich und Spanien: 34°C

18 Sonnentage, 0 Regentage, 1 morgendlicher kurzer Schauer.

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Nachstehend einige Zwischenstationen
(die gelben Ziffern bezeichnen die Positionen in der Landkarte, braune Schrift die Übernachtungen und Hotels):

Bad Aussee (1) - durch das Ennstal nach Radstadt, über den Radstädter Tauern - über den Katschberg nach Gmünd, durch Kärnten nach Lienz in Osttirol - Grenzübergang Sillian - Klausen - Bozen - San Michele All Ádige (2) (1 Übernachtung im Hotel Garni La Vigna, San Michele all Adige) - Trient (3) - Parma (4) - Genua (5) - (1 Übernachtung im Columbus Sea Hotel, Genua) - Monaco (6) - Nizza (7) - (2 Übernachtungen im Hotel Adagio Access Nice Acropolis, Nizza) - Saint Raphael (8) - Toulon (9) - Marseille (10) - Carry Le Rouet (11) (1 Übernachtung im Hotel La Tuillere, Carry Le Rouet) - Martigues (12) - Seté (13) (1 Übernachtung im Hotel La Joie Des Sabies, Seté) - Figueres (14) - Castelló d´Empuries (15) (3 Übernachtungen im Hotel Canet, Castello d´ Empuries) - Barcelona (16) - zurück nach Figueres und Castelló d´Empuries (17) - Ripoll (18) - Berga (19) - Sort (20) - (1 Übernachtung im Hotel Florido, Sort) - Biescas (21) (2 Übernachtungen im Hotel Tierra de Biescas) - Torla (22) - Jaca (23) - Sangüesa (24) - Pamplona (25) - San Sebastian (26) - Saint-Jean-de-Luz (27) - (1 Übernachtung im Hotel Donibane, Saint-Jean-de-Luz) - Bayonne (28) - Toulouse (29) (1 Übernachtung im Fluvia Hotel Residence, Toulouse) - Narbonne (30) - Port De L ísere (31) (1 Übernachtung im Hotel La Batida, Port De L ´ísere) - Ependes (32) (1 Übernachtung im Hotel BnB Ancienne Cure, Ependes) - Höchst (33) (1 Übernachtung im Hotel "Die Linde", Höchst) - durch Vorarlberg, Arlberg Paßstraße, Inntal Autobahn nach Innsbruck (34) - weiter über Lofer und das kleine Deutsche Eck, Berchtesgaden, Salzburg-Walserberg (35) nach Bad Aussee (36).

Einige Extra-Erklärungen vor dem Reisebericht

Zu Beginn einige „Besonderheiten“ zu den bereisten Ländern, die ich im nachfolgenden Reisebericht nicht mehr extra anführe:

 

Verkehr in Italien, Frankreich, Spanien, Schweiz:

Über die derzeit geltenden Vorschriften gibt es genügend anderweitige Informationen, die ich hier nicht extra wiederholen möchte.

Daß sich die Italiener über Verkehrsvorschriften hinwegsetzen ist allgemein bekannt (Überholen auf Sperrflächen und über Sperrlinien, Übertreten von Geschwindigkeitsbeschränkungen usw.) Man muß sich hier einfach der Menge anpassen und mithalten, sonst wird es für dich gefährlich (besonders, wenn du als einspuriger Verkehrsteilnehmer unterwegs bist).

Anders ist es in Frankreich, Spanien und der Schweiz. Hier wird sehr gesittet gefahren, außerdem bremsen dich die vielen Kreisverkehre in Frankreich und Spanien sowieso nach kurzer Fahrzeit ein.

So wie in Italien sind auch in Frankreich und Spanien einspurige Kraftfahrzeuge immer im Vorteil, wenn du als Autofahrer vor einer roten Ampel, in einem Stau oder sonst wo stehst und nicht weiterkannst. Jeder freie Raum wird hier genützt um sich an der Kolonne vorbeizuschlängeln und sich ganz vorne aufzustellen. So haben auch wir viel Zeit gewonnen.

 

Fahren auf Autobahnen, Entrichtung der Autobahnmautgebühren in Italien, Frankreich und Schweiz:

Das Fahren auf Autobahnen haben wir grundsätzlich vermieden, da gibt´s nicht viel zu sehen und ist auf Dauer langweilig. Auf der Heimreise durch Frankreich sind wir, da die Distanz zu groß war, jedoch trotzdem auf die Autobahn ausgewichen, in der Annahme Zeit zu sparen. Nach der Auffahrt und dem Ziehen des Tickets erwies sich dies jedoch als Fehler, denn das Ende des ersten Staus auf 3 Fahrspuren sahen wir bereits vor uns. Es war heiß, und so entschieden wir uns nach 5 Minuten Stillstand den Pannenstreifen zu benützen, um uns wieder etwas Fahrtwind in das offene Visir blasen zu lassen. Ja ja, ich weiß, Fahren auf dem Pannenstreifen ist auch in Frankreich verboten und kann viel Geld kosten, wenn Du erwischt wirst. Außerdem ist es gefährlich, wenn plötzlich einer die Beifahrertür aufreißt um Luft ins Auto zu lassen. Wir nahmen das Risiko auf uns und fuhren, jedoch langsam und vorsichtig, am ersten 10 km - Stau vorbei. Auf den 270 km, die wir an diesem Tag auf der Autobahn unterwegs waren, hatten wir insegesamt 8 Staus in dieser Größenordnung, und das selbe Spiel begann jedes Mal wieder von vorne: Raus auf den Pannenstreifen und hinter uns die neidischen Blicke der festsitzenden Autofahrer. Andere Motorradfahrer haben sich unserer Methode teilweise angeschlossen - vielleicht wäre ein Strafzettel "im Dutzend" dann billiger gewesen. :-)

Autobahnmautgebühren: Das System ist hier veraltet, du ziehst ein Ticket aus dem Automat und fährst deine Strecke. Nach dem Abfahren bezahlst Du dein Ticket meist an einem Automaten in bar oder Karte. Frankreich hat hier im Gegensatz zu Italien jedoch einen Vorteil: Sobald ein Fahrzeug beim Automat zu stehen kommt wird automatisch ein Ticket ausgegeben und der Schranken öffnet sich. Das geht sehr schnell. Auch beim Bezahlen ist das System in Frankreich flotter und einfacher (Bedienung ist in mehreren Sprachen angeschrieben). Trotz enormem Verkehr auf Frankreichs Autobahn gibt es an den Mautstellen keinen Stau.

Für die Benützung der Schweizer Autobahnen benötigt man eine Vignette. Ausgegeben werden nur Jahresvignetten ohne Unterscheidung zwischen PKW und Motorrad. Der Preis dafür beträgt € 33,00 (Stand 2012).

 

Parkflächen Abgrenzungen / Straßenbanketts in Frankreich und Spanien:

Die meisten Parkflächen (öffentliche und private) sind bei Einfahrten durch aufrecht stehende 10 cm hohe Randsteine abgegrenzt. Für Autofahrer ist das Überfahren eigentlich kein Problem, für Motorradfahrer wird es hier gefährlich!

Die Befestigungen des Straßenbanketts sind in Frankreich und Spanien meist überhaupt nicht vorhanden und bestehen nur aus aufgeschüttetem Material, das unter dem Straßenniveau liegt. Besonders einspurige Verkehrsteilnehmer sollten hier aufpassen (bei Ausweichmanövern, Anhalten neben der Straße usw).

 

Kreisverkehre in Frankreich und Spanien:

Die meisten Kreisverkehre sind hier sehr großzügig angelegt, zweispurig und mit großem Durchmesser. Franzosen und Spanier blinken meist beim Einfahren in den Kreisverkehr links, beim Verlassen rechts. Es werden aber auch andere Verhaltensarten beobachtet. Gefährliche Situationen entstehen, wenn Verkehrsteilnehmer auf der inneren Spur unterwegs sind und plötzlich nebeneinander fahrende Fahrzeuge bei Ausfahrten den Weg abschneiden. Ich bin immer in der äußeren Spur eingefahren, da ist man auf der sicheren Seite.

 

Tanken in Italien, Frankreich, Spanien, Schweiz:

Die Öffnungszeiten der Tankstellen sind sehr unterschiedlich geregelt. In Italien und Frankreich hast Du zur Siesta nur die Möglichkeit, per Automat zu tanken, außer du bist auf einer Hauptverkehrsstraße unterwegs. In Frankreich ist das Automatensystem manchmal kompliziert und für nicht französisch sprechende Kunden oft ein Hindernis.

Das Tankstellennetz in Italien und der Schweiz ist sehr gut ausgebaut. In Frankreich musst du speziell auf Landesstraßen oft mit großen Abständen rechnen und es empfiehlt sich immer rechtzeitig zu tanken.

Die Kraftstoffsorten werden unterschiedlich benannt:

Diesel bekommt man überall. Benzin bleifrei (SP, Super Plomb) wird auf Tankstellen in Frankreich und Spanien meist mit 95 oder 98 Oktan angeboten, auf kleinen Tankstellen oft nur mit 95 Oktan. In der Schweiz gibt es auch den E10 Superbenzin.

 

Zahlungsverkehr in Italien, Frankreich, Spanien, Schweiz:

In Italien, Frankreich und Spanien werden großteils alle gängigen Kreditkarten und Bankomatkarten akzeptiert und auch bei kleinsten Beträgen angenommen. Bargeldbehebungen mittels Kreditkarten sind gebührenfrei (weil innerhalb der EU). Die Bargeldbehebungsgebühr wird natürlich verrechnet.

Anders ist es in der Schweiz, die kein EU - Mitglied ist: Bei jeder Kreditkartenzahlung wird der Betrag in SFR (Schweizer Franken) ausgewiesen, auf der Abrechnung scheint zusätzlich zum Umrechnungskurs die Position „Manipulationsentgelt“ auf. Bargeldzahlungen sind in der Schweiz in Euro möglich, meistens bekommt man als Wechselgeld jedoch Schweizer Franken zurück. Achtung auch auf den meist ungünstigeren Wechselkurs.

 

Verpflegung / Restaurants / Lokale in Italien, Frankreich, Spanien:
Aus Italien weiß man, daß dort nachmittags gerne Siesta gehalten wird und die Lokale erst gegen Abend wieder aufsperren.

In Frankreich und Spanien ist es nicht anders: Mittags bis max. 14 Uhr bekommt man was zu essen. Wenn Du nachmittags müde und hungrig ankommst hast Du keine Chance, irgendwo etwas zwischen die Zähne zu bekommen. Vor 20 Uhr spielt sich dann nichts ab. Wenn Du Glück hast findest Du in Deiner Nähe einen Supermarkt, aber auch die haben meist nachmittags geschlossen (außer in großen Städten).

 

Hilfsbereitschaft der Bevölkerung in Italien, Frankreich, Spanien:

In den nicht Deutsch sprechenden Ländern haben wir heuer sehr gute Erfahrungen mit Englisch gemacht. Wenn man der Landessprache nicht mächtig ist sind die Spanier bei einer Hilfestellung Spitze und geben sich wirklich Mühe. Viele sprechen mittlerweilen auch Deutsch, mit Englisch kommt man auch gut durch.

Den Franzosen wurde in den letzten Jahren immer nachgesagt, daß sie sich mit Fremdsprachen nicht herumschlagen wollen. Hier hat inzwischen ein Umdenken stattgefunden: In Hotels, öffentlichen Einrichtungen, Gastronomiebetrieben bis zum kleinsten Cafe - die meisten bedienen auch in Englisch, teilweise sogar mit mehrsprachigen Speisekarten.

Die Italiener - ab Bozen südlich - haben hier noch Nachholbedarf und es kann hier Verständigungsschwierigkeiten geben.

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Zur Einstimmung vor dem Reisebericht kannst Du hier viele Fotos sehen.

Und nun der Reisebericht

Eines gleich mal vorweg: Wer zur Sommerszeit solch eine Tour fahren möchte sollte das nicht ungeübt angehen. Körperliche Fitness sowie Fahrpraxis sollten selbstverständlich sein. Eine entsprechende Planung im Vorhinein ist auf jeden Fall ratsam (außer man liebt Überraschungen und fährt "auf´s Gerate wohl").

Ist auch Dein Motorrad fit für eine lange Tour? Halten Deine Reifen die geplante KM - Leistung (noch) durch? Im Zweifelsfall ist es ratsam vor der Tour die Reifen zu wechseln. Es gibt nichts ärgerlicheres als im Urlaub auf Suche nach einer Werkstatt zu gehen, die kurzfristig passende Reifen herbeizaubern und montieren kann.

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Wochenlanges Studium von Literatur und Erlebnisberichten im Internet haben uns die Planung etwas erleichtert. An dieser Stelle DANKE an alle, die sich die Mühe machen und ihre Reiseerlebnisse veröffentlichen.

Gute Planung ist Garant für eine stressfreie Reise. Sofern man nicht als Camper unterwegs ist sollten daher auch die Übernachtungen bereits gebucht sein. Wir bevorzugen die Hotelbuchungen einige Monate im Vorhinein über ein Buchungsportal, was bis jetzt immer ausgezeichnet geklappt hat.

Wir suchten für die Anreise bis Südfrankreich einen Autoreisezug, leider vergebens. Autoreisezüge bis Narbonne (F), ca. 100 km vor der spanischen Grenze, fahren nur ab Deutschland. Also entschließen wir uns, die Strecke mit einigen Zwischenstops selbst zu fahren und brechen daher 2 Tage früher auf.

Insgesamt haben wir mit 2 Digitalcameras 4100 Bilder und 120 kurze Videosequenzen geschossen. Eine Auswahl von über 500 Fotos zeigen das hier beschriebene. Schau Dir auch die Fotos an.

Gerd Frömmel, A-8990 Bad Aussee, fg-steirer. Foto Begrüssungsseite - © Alle Fotos sind Eigentum von Gerd Frömmel („www.fg-steirer.at“, siehe auch Fußzeile und Impressum) ©
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1. Tag:

Bei wechselhaftem, aber trockenem Wetter starten wir von Bad Aussee durch das Ennstal bis Radstadt. Über den Radstädter Tauern und die B99 (Katschberg Bundesstrasse) fahren wir nach Kärnten. Im Drautal ziehen schwarze Wolken auf, denen wir auf der weiteren Fahrtstrecke wieder entkommen. Von Lienz in Osttirol fahren wir zum Grenzübergang Sillian. Kurz nach der Grenze begann es wie aus Kübeln zu schütten. Wir flüchten unter den Dachvorsprung einer Bushaltestelle und warten den ärgsten Schauer ab. Nach 15 Minuten beschließen wir trotzdem die Weiterfahrt - und siehe da - der Wettergott hat mit uns ein Einsehen. Ab diesem Zeitpunkt hatten wir auf der gesamten Reise nur mehr schönes Wetter.

Nach Klausen und Bozen geht es vorbei an den Weinorten Eppan, Kaltern, Tramin, Kurtatsch, die wir jedoch rechts liegenlassen. Die Verlockung nach einem Gläschen Wein wäre groß, aber: Don´t drink and drive! Nach San Michele All Ádige sind es noch 30 km, wo wir im Hotel Garni La Vigna übernachten. Bei der Ankunft hatte es 32°C. Wenn es hier schon so heiß ist, wie wird das erst weiter südlich?

Gerd Frömmel, A-8990 Bad Aussee, fg-steirer. Foto Begrüssungsseite - © Alle Fotos sind Eigentum von Gerd Frömmel („www.fg-steirer.at“, siehe auch Fußzeile und Impressum) ©
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2. Tag:

Nach dem reichhaltigen Frühstück brechen wir um 08:45 Uhr zu unserer nächsten Etappe auf. Schon am Vormittag zeigt das Thermometer 28°C, und es wird bis zur Ankunft in Genua noch auf 34°C klettern. Die eher unspektakuläre Fahrtstrecke führt uns ausnahmsweise auch über die Autobahn, da wir möglichst schnell an unser Zwischenziel gelangen wollten. Das war auch die richtige Entscheidung, denn in der Urlaubszeit an einem Sonntag durch die Dörfer zu fahren hätte uns eine mindestens 3 Stunden längere Fahrzeit beschert. Die Fahrtstrecke hat sich dadurch von ursprünglich 427 km auf 362 km reduziert. So kommen wir bereits um 14 Uhr in Genua im Columbus Sea Hotel an, welches direkt am Hafen liegt. Von unserem Zimmer aus haben wir den Überblick über den gesamten Hafen.

Einziger Nachteil: An einem Sonntag bekommt man in diesem Hotel nichts zu essen. Nach dem Frischmachen suchen wir nach einem offenen Lokal, ohne Erfolg. Am Sonntag sind die Rollbalken geschlossen, nur ein Supermarkt am Hafengelände hat geöffnet, dort holen wir uns etwas Obst und Mineralwasser. Das reicht bis zum Frühstück.

Gerd Frömmel, A-8990 Bad Aussee, fg-steirer. Foto Begrüssungsseite - © Alle Fotos sind Eigentum von Gerd Frömmel („www.fg-steirer.at“, siehe auch Fußzeile und Impressum) ©
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3. Tag (... und das Ende mit einer Panne):

Um 05:30 Uhr kommen die ersten LKWs und Autos in den Hafen von Genua, um mit der Fähre nach Tunis zu übersetzen. Wir beobachten das Schauspiel und "Kräftemessen" zwischen Sattelschleppern, PKWs, Wohnwagen, Wohngespannen vom Hotelfenster aus. Jeder will er erste sein, das ständige Hupkonzert der LKW-Fahrer läßt dich nicht mehr an ein Weiterschlafen denken. Immer mehr Privatautos mit gigantischen Dachaufbauten (Fahrräder, Kühlschränke, Reifen und Mobilar, alles wird teils auch ohne Gepäckträger transportiert) kommen an und möchten auf die Fähre (die Fotos sagen mehr als 1000 Worte). Wenn man in unseren Breiten so unterwegs ist wird einem wahrscheinlich der Führerschein abgenommen. Aber schaut Euch dazu auch die Fotos an.

Einer der ersten Höhepunkte unserer Motorradreise ist die Küstenstrasse von Genua bis Nizza. Wir fahren durch alle an dieser Strasse gelegenen Orte und Städte. Bekannte Namen wie Savona, Albenga, Imperia, die Glücksspielstadt San Remo (wir waren aber nicht im Casino), Menton - alle laden zum Rasten, Schauen und Fotografieren ein.

Mitführpflicht eines Alkoholtesters: Das Gesetz besteht seit 1. Juli 2012, allerdings sind diese Geräte in allen Tankstellen, Apotheken und Supermärkten restlos ausverkauft. Im Internet wird von rigorosen Kontrollen mit Bußgeldeinhebungen berichtet, was ich nicht bestätigen kann. Es gab keine einzige Kontrolle diebezüglich und das war auch gut so, denn ich hatte ja keines. Die Suche nach einem Alkoholtester habe ich dann aufgegeben.

(NACHTRAG 31.03.2013: Dieses Gesetz wurde wieder aufgehoben).

Monaco umfahren wir heute (das steht morgen am Plan) und zweigen vorher auf eine Höhenstrasse ab, die uns über unzählige Kurven und tolle Ausblicke auf die Cote d´Azur und die herrliche Landschaft direkt nach Nizza führt.  Für die nur 202 km lange Fahrtstrecke benötigen wir jedoch 8 Stunden. Haupturlaubszeit, unkoordiniert geschaltete Ampeln mit elendslangen Rotphasen stoppen uns immer wieder und lassen uns bei brütender Hitze zwischen Asphalt und Häuserwänden schmachten. Aber wir haben ja vorgesorgt und in unseren Seitenkoffern ist immer genügend Wasser. Schweißgebadet erreichen wir für die nächsten 2 Übernachtungen das Hotel Adagio Access Nice Acropolis, Nizza und stellen das Motorrad vorerst vor dem Hotel ab.

Nach dem Einchecken und dem Beziehen des Zimmers wollte ich das Motorrad in die Garage fahren, aber - da geht nichts mehr - kein Strom - kein Lebenszeichen - Stillstand. Montag, es ist inzwischen 18 Uhr geworden - und jetzt??? - Ich wartete 5 Minuten und überlegte. Noch ein Startversuch. Ich drehe den Zündschlüssel, die Kontrolllampen leuchten wieder, betätige den Startknopf - und - es macht nur ein leises "klack", die Lamperln werden wieder finster. Na bravo - und das im Ausland. Seitendeckel abgenommen, erstmals alle Sicherungen überprüft - alles OK. Daran liegt´s nicht. Was nun?

Wir stellen uns schon auf einen längeren ungeplanten Aufenthalt in Nizza ein. Jedoch sind alle Hotels für die weitere Reise gebucht und wir wollen unbedingt unseren Zeitplan einhalten. Nun beginnt eine unwahrscheinliche Maschinerie zu laufen.

Gerd Frömmel, A-8990 Bad Aussee, fg-steirer. Foto Begrüssungsseite - © Alle Fotos sind Eigentum von Gerd Frömmel („www.fg-steirer.at“, siehe auch Fußzeile und Impressum) ©

Der Abend des 3. Tages fand doch noch ein gutes Ende:

Die Rezeptionistin unseres Hotels war leider nicht kooperativ und wollte uns zu Fuß in eine Honda Werkstatt schicken, die sie nach längerem Überreden für uns in Nizza ausfindig machte. Aber was sollen wir nach 18 Uhr in einer bereits geschlossenen Werkstatt? Dann gab es noch die sprachliche Hürde (wir sprechen nicht französisch, und mit englisch kann man hier nicht viel ausrichten). Nach mehreren Aufforderungen, die Werkstatt für uns anzurufen war klar: Hier gibt es heute kein Service und schon gar keine Hilfe mehr.

Ein kurzer Anruf bei der Werkstatt meines Vertrauens in Bad Ischl - und ein möglicher Fehler war schnell eingegrenzt: Es könnte die Batterie schlapp gemacht haben (bei der Hitze). Danke Albert Siegl für Deine telefonische Hilfestellung nach Geschäftsschluß).

Ich weiß, der nachfolgende Text zu diesem "Hoppala" ist lang. Aber lies´ trotzdem weiter, der Fall nimmt eine überraschende Wende.

Nun kam mir die "zündende" Idee:

Ich hatte die Firmen-Mitgliedskarte des ÖAMTC dabei. Obwohl ich bis zum heutigen Tag mit dem Motorrad bei keinem Autofahrerclub Mitglied war rief ich den ÖAMTC Stützpunkt in Bad Aussee an.

Jetzt überschlugen sich die Ereignisse: Es wurde mir die Notrufnummer der Zentrale in Wien mitgeteilt, die für Auslandspannen zuständig und rund um die Uhr erreichbar ist. Einer sehr netten und fachlich kompetenten Dame schilderte ich mein Problem, gab ihr alle notwendigen Daten meines Fahrzeuges, der Batterie usw. Sie werde sich sofort mit dem französischen Partnerclub in Verbindung setzen und mir einen Techniker mit einer neuen Batterie schicken. Innerhalb weniger Minuten wurde ich von einer perfekt deutschsprechenden Dame des französischen Clubs angerufen, die mir in weiterer Folge einen Notdienst aus Nizza vermittelte und ins Hotel schickte. Immer noch in der Annahme, daß die Batterie defekt sei.

Natürlich gibt es auch andere Leute mit Fahrzeugpannen. So mussten wir halt etwas zuwarten und hatten den geplanten Abendbummel an die Cote d´Azur schon abgeschrieben.. Es war inzwischen 20 Uhr, als ein riesiger Abschleppwagen beim Hotel vorfuhr. Noch dachte ich mir nichts dabei, daß eine Fahrzeugbatterie mit einem großen Abschleppwagen zugestellt wird.

Nein, eine Batterie hat er nicht dabei, "sowas verkaufen wir hier nicht. Aber ich nehme Ihr Motorrad mit und bringe es in eine Werkstatt". "Nur über meine Leiche" dachte ich mir. Nie und nimmer wird meine Valky auf der Ladefläche eines Autotransporters weggebracht. Aber welche andere Möglichkeit gibt es? Der Pannenfahrer - sehr nett und in perfektem Englisch - macht mir einen anderen Vorschlag. Mit seinem Starthilfegerät würde er am nächsten Morgen nochmals kommen und fremdstarten, dann könne ich zumindest den Weg in die Honda Werkstatt selber fahren. Aber was dann? Die haben wahrscheinlich nicht die passende Batterie lagernd.

Auf meine Frage, ob wir das Motorrad nicht gleich "fremdstarten" könnten war er sofort dazu bereit. Also: Sitz abmontieren, Batteriezugang freimachen. Aber was war das? Die Schraube am Plus-Pol der Batterie war locker und somit konnte kein Strom fließen. Hiermit war der Fehler gefunden. Kleine Ursache - große Wirkung. Schraube festgezogen, und alles war wieder OK. Auf die Idee hätte ich selber auch kommen können.

In der Wartezeit vom Anruf beim ÖAMTC Notruf Wien und der Behebung des Fehlers wurde ich mehrmals von einer Mitarbeiterin angerufen, die sich über den Fortgang der Pannenbeseitigung erkundigt hat.

An dieser Stelle ein großes Lob und DANKE an die ÖAMTC Pannenhilfe in Wien, die unbürokratisch einem (noch) Nichtmitglied kompetent weitergeholfen hat. Ab dem heutigen Tag ist mir klar geworden, daß die paar Euros für eine Motorrad-Mitgliedschaft beim ÖAMTC gut investiert sind.

Auch der heutige Abend ist gerettet, nach einem guten Abendessen bei "La Mama" in Nizza spazierten wir noch an die Cote d´Azur und verbrachten einen stimmungsvollen Abend an der Küste.

Gerd Frömmel, A-8990 Bad Aussee, fg-steirer. Foto Begrüssungsseite - © Alle Fotos sind Eigentum von Gerd Frömmel („www.fg-steirer.at“, siehe auch Fußzeile und Impressum) ©
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4. Tag:

Nach dem gestrigen "Hoppala" haben wir heute einen motorradfreien Tag eingelegt. Die einzige Strecke, die wir fuhren war von Nizza nach Monaco und zurück sowie "eine Runde" auf der Formel 1 - Rennstrecke Monte Carlo (gesamt 48 km). Obwohl wir Monaco von der letzten Tour kannten (vor 4 Jahren fuhren wir die Route des Grandes Alpes) haben wir es uns nicht nehmen lassen, den ganzen Tag hier zu verbringen.

Bei der Ankunft in Monaco sind wir mit dem Motorrad auch 2 Runden um den Parabolspiegel vor dem Casino gefahren und haben uns unter die dort parkenden Luxuskarrossen gemischt. Erst nach der 2. Runde sahen wir das Schild, daß man hier nicht berechtigt und erwünscht ist. Aber die schaulustigen Touristen vor dem Casino haben nicht nur Ferrari & Co. begutachtet, ihre Blicke fielen auch auf meine chromblitzende Valky - und darauf war ich auch ein bisschen stolz. Nachdem sich uns zwei mit Dienstfrack, Kappe und weissen Handschuhen bekleidete Casinomitarbeiter näherten habe ich noch den Sound meines "6 Zylinder - Chrombolliden" zum besten gegeben und die dort sonst herrschende Stille kurz unterbrochen. Das Foto der beiden Asiaten wird wohl nichts mehr geworden sein - sorry - ich musste hier weg.

In Monaco gibt es sehr viele Abstellflächen für Mopeds und Motorräder, aber die sind alle voll. So bleibt nur eine der zahlreichen Tiefgaragen, die mit € 1,50 für den ganzen Tag sehr günstig sind.

Zu Fuß machen wir uns auf zum Fürstenpalast, beobachteten das Ritual der Wachablöse zu Mittag, gingen durch die prachtvollen Parkanlagen des Palastes in die Kathedrale. Über die zahlreichen Stufen wieder hinunter zum Hafen, wo die reichen und  superreichen ihre Yachten liegen haben. Die Zahl deren, die sich solche Schiffe leisten können ist schon beeindruckend.

Vorbei an den vielen blütenweißen Yachten, sündteuren Mode- und Schmuckgeschäften spazieren wir hinauf zum Casino, wo wir bei der Ankunft in Monaco zuvor schon mit dem Motorrad waren. Auch heuer stehen hier wieder einige Gustostückerl von Autos, die man sonst nur aus Autozeitschriften kennt (Monaco und Ferrari sind untrennbar miteinander verbunden, Rolls Royce, Lamborghinis).

Monaco war einfach wieder ein Erlebnis. Den Abend verbrachten wir wieder an der Cote d´Azur.

Übrigens: Alle Fotos, auch die von Monaco, kannst Du unter den beiden Links am Anfang und am Ende dieser Seite aufrufen.

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5. Tag:

Gestern war ein schöner Tag in Monaco, heute fahren wir von Nizza über Saint Raphael, Toulon, Marseille nach Carry Le Rouet. Die kurvenreiche Strecke führt uns abseits von stark befahrenen Touristenpfaden, mal rauf, mal runter, durch kleine Dörfer. Wir erleben die Schönheit dieser vom Meer abgewendeten Seite nur deshalb, weil ich mein Navi auf "kürzeste Route" eingestellt hatte. Deshalb ist zwar die Strecke kürzer, die Fahrzeit für die 234 km mit 7 Stunden (incl. Zwischenstops) jedoch verhältnismäßig lang.

Der heutige Tag ist bis jetzt auch der heißeste: das Thermometer zeigt mittags bereits 34°C und steigt bis in den Nachmittag auf 37°C. Das Multifunktionsgewand unter dem Schutzanzug klebt an uns wie eine zweite Haut.

Carry Le Rouet ist ein kleines, nettes Dorf direkt am Meer, dort übernachten wir im Hotel La Tulliere. Wir werden sehr freundlich empfangen, bekommen - wie auch in den meisten anderen Hotels - einen sicheren Abstellplatz für unser Motorrad. Nach dem Spaziergang und einer Abkühlung im warmen Meer ließen wir den Tag bei einem vermeintlich guten Abendessen ausklingen. Die Qualität möchte ich hier nicht beschreiben, nur eines: Trotz 2-maliger Rückgabe an die Küche haben die es nicht geschafft, das Fleisch durchzugaren. Kannibalen hätten ihre Freude daran gehabt. Mittlerweilen wissen wir ja, daß die Franzosen das Fleisch gerne blutig essen. Auch das Frühstück war sehr einfach, aber das kennt man ja von Frankreich.

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6. Tag:

Nach dem sehr einfachen französischen Frühstück fahren wir von Carry Le Rouet nach Seté. Wir haben für den heutigen Tag bewusst eine kürzere Distanz gewählt, um auch etwas mehr Zeit für Aktivitäten nach der Ankunft zu haben. Nach 173 km und 4 Stunden Fahrzeit sind wir um 13:30 Uhr im Hotel La Joie Des Sabies, Seté angekommen. Unser Hotel liegt etwas außerhalb der Stadt, direkt am Mittelmeer.

Seté kennen wir leider nur vom Durchfahren, es ist eine schöne und saubere Stadt. Der Verkehr in den grösseren Städten und Urlaubsmetropolen ist in den Sommermonaten enorm. Auf Grund mangelnder Parkflächen können wir in der Stadt nicht stehenbleiben, um uns auch etwas unter die Leute zu mischen. Unserem Hotel ist auch ein sehr gutes Restaurant angeschlossen, in welchem wir den Tag bei Lachs und Dorade, Dessert Parfait Mousqat / Caramel ausklingen ließen. Vorher hielten auch wir Siesta, denn die ungewohnte Hitze schlaucht ganz schön. Ein anschließender Gang ans Meer, ein köstliches Eis, das gehört natürlich auch dazu.

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7. Tag:

Nach dem Frühstück zeigte das Thermometer bereits 27°C, wir machten uns auf die Reise nach Castello d´ Empuries, Nähe Figueres (Spanien).

Wir wählten wieder den Weg über kleinere Straßen, durch Dörfer und Wälder. Narbonne, ca. 100 km vor der spanischen Grenze ist ein Ort, in welchem die Autoreisezüge nach Südfrankreich Endstation machen. Für Urlauber mit weiter Anreise besteht somit die Möglichkeit einer schnelleren und bequemen Fahrt bis kurz vor Spanien.

Wir fahren durch Narbonne, weiter in Richtung Grenze.

Einige Tage vor Urlaubsantritt hörten wir in den Nachrichten von großflächigen Waldbränden nördlich von Barcelona und in Grenznähe Südfrankreich / Spanien. Bei unserem Grenzübertritt bot sich ein Bild der Verwüstung: Abgebrannte Gras- und Waldflächen, verbrannte Bäume - und inmitten der verkohlten Landschaft einige Tankstellen. Wir blieben hier kurz stehen um einige Fotos zu schießen. Der immer noch beißende Geruch von verbranntem Holz liegt in der Luft, und die Kombination aus diesem und einer Temperatur von 37°C ließ uns nach einem Tankstop schnell diese Gegend in Richtung Figueres verlassen.

Die Landschaft zwischen der Grenze und Figueres hat wenig zu bieten, die Luft flimmert über dem Asphalt, es wird heute wieder heiß. Nach ca. 1-stündiger Fahrt erreichen wir Figueres, von hier sind es nur noch wenige Kilometer nach Castello d´Empouries. Hier haben wir uns für die kommenden 3 Nächte im Hotel Canet einquartiert.

Bei der Ankunft in der Kleinstadt an der Costa Brava wurden wir vom Hotelinhaber sehr freundlich empfangen, auch Tipps für die Gegend und viele Informationen bekamen wir von ihm. Das Hotel steht inmitten der Altstadt, ein hervorragendes Restaurant, ein Swimming Pool, viele kleine Annehmlichkeiten versüßten uns hier die Tage.

Gerd Frömmel, A-8990 Bad Aussee, fg-steirer. Foto Begrüssungsseite - © Alle Fotos sind Eigentum von Gerd Frömmel („www.fg-steirer.at“, siehe auch Fußzeile und Impressum) ©
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8. Tag:

Vormittags wollten wir eigentlich am Pool verbringen und etwas relaxen. Leider herrscht dort eine massive Taubenplage und die Hinterlassenschaften der Vögel rund um den Pool haben uns dann davon abgehalten. So sind wir mit dem Motorrad die 6 km an die Costa Brava gefahren und haben dort inmitten von Kanälen, Superbooten und Luxusyachten, Bars, kilometerlangem weißen Sandstrand einen herrlichen motorradfreien Tag verbracht. Heute waren auch eine unüberschaubare Menge von Standlern mit ihren Kleidern, Modeschmuck, Uhren usw. am Strand. Südliches Flair überall, das bringt einen so richtig in Stimmung und man will gar nicht mehr weg. Aber jeder Tag geht mal zu Ende und auch heute haben wir ein hervorragendes Abendessen in unserem Hotel genossen.

Gerd Frömmel, A-8990 Bad Aussee, fg-steirer. Foto Begrüssungsseite - © Alle Fotos sind Eigentum von Gerd Frömmel („www.fg-steirer.at“, siehe auch Fußzeile und Impressum) ©
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9. Tag:

Ursprünglich planten wir einen Tagesausflug in das 140 km entfernte Barcelona. Unser Hotelinhaber riet uns davon ab, da an einem Sonntag sehr viel Urlaubsverkehr herrscht, LKWs dürfen in Spanien auch an Sonntagen fahren. Die Spuren und Überbleibsel der bereits beschriebenen Wald- und Wiesenbrände sind überall zu sehen und kein sehr schöner Anblick. So nahmen wir seinen Tipp an und besuchten 2 wunderschöne Orte:

Besalú und Olut.

Besalú ist ein mittelalterliches, kleines Städtchen mit ca. 2300 Einwohnern am Fuße der spanischen Pyrenäen.

Sehenswürdigkeiten von Besalú: die mittelalterliche Brücke, welche die Stadt mit der Umgebung verbindet, sowie die Torbögen, der Fürstenpalast Cúria Reial, das Spital Sant Julià, der Palau Sant Romà, der Straßenzug des Carrer Tallaferro und die wunderbare Plaça de la Llibertat, neben anderen mittelalterlich angehauchten Stätten.

Olut, ca. 25 km von Besalú entfernt, ist auch eine kleine, alte Stadt mit einem sehr schönen, großen Park.

Für die Besichtigung dieser beiden Kleinstädte kann man einen ganzen Tag einplanen.

Auch der heutige Tag war wieder sehr heiß und so waren wir froh, einen gemütlichen Sightseeing - Tag eingelegt zu haben. Die kurzen Distanzen waren wir ausnahmsweise ohne Schutzgewand unterwegs. Es wäre kein Spaß gewesen, ganztags mit der Motorradkluft spazieren zu gehen.

Gerd Frömmel, A-8990 Bad Aussee, fg-steirer. Foto Begrüssungsseite - © Alle Fotos sind Eigentum von Gerd Frömmel („www.fg-steirer.at“, siehe auch Fußzeile und Impressum) ©
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10. Tag:

Wir verlassen heute das Mittelmeer und Castelló d´Empuries in Richtung Zentralpyrenäen bis Sort, wo wir im Hotel Florido übernachten.

Eigentlich wollten wir um 9 Uhr wegfahren, kurz zuvor verdunkelte sich der Himmel und Gewittertürme schossen in den Himmel. Das kommt hier im Sommer öfter vor, das Spektakel dauert aber maximal 1 Stunde, dann ist alles vorbei. Innerhalb kürzester Zeit begann es zu schütten und wir warteten mit der Abreise. Nach 3/4 Stunde hörte es zu regnen auf und die Straße war binnen weniger Minuten staubtrocken. Ein weiterer herrllicher Tag stand uns bevor. Die Fahrt nach Sort durch den Parc Natural del Cadi Moixeró über Ripoll bot uns viel Abwechslung. Hier ist man mitten in den Pyrenäen. Nicht nur Motorradfahrer, alle Naturbegeisterten kommen hier auf ihre Rechnung. Man muß einfach öfter stehenbleiben, um das Bergmassiv und die Natur zu bestaunen: Nach jedem Paß, nach jedem größeren Hügel präsentiert sich die Landschaft völlig anders. Die Straßen sind gut ausgebaut, es gibt zahlreiche kleine Parkplätze und Ausweichen. Besonders schöne Ausblicke sind an den Parkplätzen mit Schildern gekennzeichnet, auf denen eine Fotokamera abgebildet ist. Unbedingt stehenbleiben und genießen.

Die schnellste Verbindung zwischen West und Ost ist die N 260. Es empfielt sich jedoch, diese so oft wie möglich zu verlassen, um auf Seitenstraßen die wirklichen Schönheiten der Pyrenäen erleben zu können. Wir fuhren an einem Montag, es war kaum Verkehr.

Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, denn über die Pyrenäen wurde in den verschiedensten Berichten schon genug geschrieben. Ich kann nur eines sagen: hinfahren, es zahlt sich aus!

Die Temperatur in den Pyrenäen ist mit durchschnittlich 26°C wesentlich erträglicher. In Sort angekommen (liegt auf 850 m Seehöhe) hatte es wieder 30°C. Für eine Übernachtung ist der Ort empfehlenswert, wer allerdings hier Urlaub machen möchte oder mehr erleben will ist fehl am Platz. Außerdem gibt es hier nur 3 Restaurants, die erst ab 20 Uhr geöffnet haben, außer "Gegend" ist hier weitum nichts.

Gerd Frömmel, A-8990 Bad Aussee, fg-steirer. Foto Begrüssungsseite - © Alle Fotos sind Eigentum von Gerd Frömmel („www.fg-steirer.at“, siehe auch Fußzeile und Impressum) ©
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11. Tag:

Tour in den Pyrenäen von Sort mit Endziel in Biescas. 2 Übernachtungen im Hotel Tierra de Biescas.

Wir fahren wieder auf der N 260 bzw. zweigen immer wieder auf Nebenstraßen ab. Bei unserer Abfahrt in Sort hatten wir morgens angenehme 16°C, mittags inmitten der Berge 33°C, bei Ankunft in Biescas 35°C. Wir befuhren den Creu de Perves (1335 m). Als wir wieder auf die N 260 zurückkamen und die nächst mögliche Abzweigung nahmen kamen wir auf einen Paß, der mir namentlich leider nicht mehr einfällt. Die Straße wird dort derzeit komplett neu gebaut und auf ca. 4 km fährt man momentan auf grobem Schotterunterbau. Selbst bei Schrittgeschwindigkeit - und mehr ist da nicht drin - ist es fast nicht mehr möglich das Motorrad zu lenken. Dann wird die Straße immer enger und plötzlich kommt dir ein Ungetüm von einem Baustellenfahrzeug entgegen. Du kannst aber nicht zurück, weil du auf dem Schotter - rückwärts bergab - sofort den Halt verlierst, und so wartest Du, was passiert. Der Fahrer, der 4 oder mehr Meter oberhalb von dir sitzt und dieses Ungetüm steuert lacht von oben herab und manövriert das Gerät sicher - aber mit nur wenigen Zentimetern Abstand - an dir vorbei. Angst- und Hitzeschweiß vermischen sich mit Staub und kleben an dir bis zum Erreichen des Zieles in Biescas. Auch davon gibt es Fotos, schau´sie dir an.

Jetzt weiß ich auch, warum auf dieser Straße niemand unterwegs war. Aber es war ein Erlebnis der besonderen Art.

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12. Tag:

Auch heute ist wieder ein heißer und wunderschönber Tag inmitten der Pyrenäen. Wir lassen das Motorrad heute stehen und entspannen uns in der sehr gepflegten Poolanlage bei Cocktails und kleinen Imbissen aus der Brasseria des Hotels. Abends gehen wir in ein nettes Lokal und entdecken Österreich in Spanien. Der Lokalname "Salzburgo" ist auf einen Freund des Inhabers zurückzuführen, der in Salzburg lebt. Auf der Speisekarte stehen einige Gerichte, die nach österreichischen Orten und Städten benannt sind.

Schnell hat der Wirt bemerkt, daß wir aus Österreich kommen und wir unterhalten uns auf Englisch über alles mögliche aus unserer schönen Heimat. Ich kam mir schon vor wie ein Fremdenverkehrsdirektor, und schließlich erzählte uns der Wirt von seinen jährlichen Urlauben im Bundesland Salzburg. Zwischendurch ließ er einige Runden (undefinierbaren, aber genießbaren) Schnaps auf seine Kosten servieren. Nach einem typisch spanischen Abendessen und einer Abschlußrunde Schnaps spazierten wir durch die Kleinstadt zurück in unser Hotel.

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13. Tag:

Von Biescas sind es noch 207 km an die Atlantikküste, unser Endziel ist Saint Jean De Luz am Golf von Biscaya. Wir übernachten im Hotel Donibane, Saint Jean De Luz.

Über gut ausgebaute Straßen passieren wir die Grenze von Spanien zu Frankreich in einer Seehöhe von 1793 m und fahren in einer Fahrzeit von 6 Stunden an unser entferntestes Ziel der Tour. Grenzenloser, sauberer Sandstrand empfängt uns bei 36°C.

Der einzig wirklich negative Punkt ist dieses Hotel: Keine Klimaanlagen vorhanden, kleine schmutzige Zimmer. Das Restaurant eine einzige Katastrophe. Wir sind bestimmt nicht heikel und wissen, daß in fremden Ländern die Küche oft nicht mit der unsrigen vergleichbar ist. Ich habe weiter oben schon einmal von "Kanibalismus" berichtet, aber das, was hier serviert wurde hat mit einem menschenwürdigen Essen nichts mehr zu tun. Alles weitere möchte ich auf Rücksichtnahme der Negativwerbung hier nicht schreiben, aber es gibt Fotos davon.

Wir haben uns trotzdem den Tag nicht vermiesen lassen und das beste daraus gemacht.

Eine kleine Entschädigung für das mißratene Abendessen war der große, saubere Pool. Eine Abkühlung tat uns gut, doch bei Betreten unseres Zimmers schlug uns gleich wieder die heiße Luft entgegen, weil es ja keine Klimaanlage gab. Bei offenem Fenster zu schlafen war nicht möglich, da alle Zimmer im Erdgeschoß lagen und massenhaft kleine Echsen, Salamander und weiteres Kriechtier an den Wänden hochkrabbelte. Die hätten wir dann als Mitbewohner im Zimmer gehabt. Also stand uns eine schlaflose Schwitzkur bevor.

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14. Tag:

Zeitig am Morgen packten wir wieder unsere Koffer, um nach dem Frühstück möglichst schnell abrauschen zu können. Vor der Weiterreise haben wir noch einen Abstecher an den Strand gemacht, bevor wir 304 vor uns liegende Kilometer bis Toulouse in Angriff nahmen. Durch die Ausläufer der französischen Pyrenäen, schöne Nebenstraßen und malerische Orte sind wir in 7 Stunden Fahrzeit in Toulouse angekommen, wo wir im neuen Fluvia Hotel Residence übernachteten.  Dieser Tag diente zur Rückreise und wir haben den direkten Weg gewählt, um die Distanz in einer halbwegs annehmbaren Zeit zu schaffen. 304 km sind normalerweise kein Problem, aber bei diesen für uns ungewohnten Temperaturen in voller Motorradkluft doch eine körperliche Anstrengung. Aber wie heißt´so schön: Nur die harten kommen durch!

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15. Tag:

Weiter geht´s bis nach Pont De L´isere, eine Strecke von 456 km. Wir fahren heute erstmals auf die Autobahn, um die Distanz zu schaffen. So eine weite Strecke kann man durch Orte und Städte in einem Tag nicht bewältigen. Trotzdem waren wir mit einigen Zwischenstops 9 Stunden unterwegs.

Das französische Mautsystem ist zwar schon veraltet, aber das Ziehen der Tickets geht hier sehr schnell. Sobald ein Fahrzeug beim Automat vorfährt kommt automatisch das Ticket heraus. Bei Verlassen eines Autobahnabschnittes kannst Du wahlwiese in bar oder mit allen gängigen Karten bezahlen (geht genauso schnell, die Bedienung der Automaten ist kinderleicht und selbsterklärend).

Wir übernachten im Hotel La Batida, Pont De L´isere. Hier gibt es nichts zu essen (weil Samstag ist), weitum kein Restaurant. Obwohl wir keine Freunde von Fastfoodketten sind machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum Mackie, der in ungefähr 1 1/2 Kilometern Entfernung an der vorbeiführenden Autobahn liegt. Was tut man nicht alles gegen Durst und Hunger ... Ich kann nur eines sagen (aber das ist meine persönliche Meinung): Das hat mit Eßkultur nichts mehr zu tun. Massenweise Styropor- und Pappeverpackungen, leere Becher liegen auf den Tischen herum, keiner fühlt sich dafür zuständig. Auch das Areal rund um das Lokal sah nicht besonders einladend aus. Na ja, "in der Not frisst der Teufel Fliegen" heisst ein Spruch. Nach dem Verzehr von aufgeweichten Weckerln mit Essig getränktem Salat begaben wir uns auf den Fußmarsch zurück in unser Hotel.

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16. Tag:

Von Pont De L´isere fahren wir ca. 200 km auf der Autobahn, um dem Sonntags-Urlauberverkehr in den Orten auszuweichen. Danach wechselten wir auf Landesstraßen und fahren dem Lac Leman entlang via Montreux und Lousanne nach Ependes. Ependes liegt 6 km vor Fribourg und ist ein kleines Dorf mit schönen alten Häusern. Wir übernachten im Hotel BnB Ancienne Cure und sind bei der Ankunft sehr überrascht. Es ist ein 600 Jahre (!) altes Privathaus, toll renoviert aber die alten Bestände im Originalzustand belassen. Zur Vermietung steht eine Ferienwohnung, die uns zur Gänze zur Verfügung gestellt wurde.

Gegen Abend zogen dichte schwarze Wolken auf und es sah nach einem ordentlichen Regen aus. Es blieb jedoch trocken. Wir spazierten durch den Ort und bestaunten die alten liebevoll hergerichteten Häuser.

Ein mit Liebe zubereitetes Frühstück wurde uns zur vereinbarten Zeit in den Aufenthaltsraum der Ferienwohnung serviert.

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17. Tag:

Mit einem ausreichenden und guten Frühstück im Magen verabschieden wir uns von einer sehr netten Gastgeberin und fahren die vorletzte Etappe nach Höchst in Vorarlberg, wo wir im Hotel "Die Linde" übernachteten. Dieses Hotel kannten wir von einer früheren Bodenseetour und waren davon so begeistert, daß wir dort wieder hinmussten.

Wir fuhren von Ependes über Fribourg, Bern und Luzern. In Luzern machten wir einen Stopp und besichtigten das Verkehrshaus der Schweiz. Entlang dem Zürichsee nach St.Margarethen (Grenzübergang Schweiz - Österreich) ging es weiter nach Höchst.

Unsere gelungene und unfallfreie Urlaubstour feierten wir bei einem letzten, schönen Abendessen:

Als Aperitiv gab es für Christine einen Sanddornspritzer und für mich einen "Hugo".

Als Gruß aus der Küche wurde hausgemachter Brioche mit Pfifferlingen und Salat serviert.

Vorspeise: Christine und ich bestellten Carpaccio vom Rinderfilet.

Hauptgang: Christine speiste Pfifferlingrisotto mit gebackenen ? Hmm, was war das? Hab´ ich vergessen. Ich verdrückte Rehmedaillons.

Dazu passte eine Flasche Sauvignon Blanc vom Weinbau Skoff aus Gamlitz.

Dessert: Christine und ich bestellten Dessertvariationen (ein Potpourri verschiedener Desserts).

Zum Abschluß gab es einen Espresso mit hausgemachten Pralinen.

KLICK auf die obigen Fotos zur Vergrößerung.

Der anschließende Abendspaziergang in Höchst war der endgültige Abschluß des Tages, bevor wir uns müde zu Bett begaben.

Obwohl ich es nicht wahrhaben wollte, aber spätestens am Ende des heutigen Tages merkte ich, daß so eine Tour trotz zwischendurch eingelegten Ruhetagen ganz schön an der Substanz zehren.

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18. Tag:

Wir treten die Heimfahrt an. Die letzte Etappe führt uns von Höchst über die Rheintalautobahn, die Arlberg Paßstrasse hinauf nach St. Christoph, wo wir einen Zwischenstop zum "Glumpert kaufen" einlegen (ein musizierendes Murmeltier). Viele MotorradfahrerInnen waren vormittags schon unterwegs. Weiter geht´s auf Tiroler Seite hinunter nach St. Anton, die Inntalautobahn durch Tirol, über Lofer und das kleine Deutsche Eck, Berchtesgaden, Salzburg, Thalgau, Bad Ischl nach Bad Aussee. Um 17 Uhr sind wir hundemüde, aber glücklich über einen unfallfreien Urlaub wieder zu Hause angekommen.

Weitere Informationen zum Reisebericht, zu den Fotos oder sonstige Details gerne auf Anfrage. Dazu bitte das Kontaktformular benützen, ich werde prompt darauf antworten.

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